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Zeit des Schullehrer Opitz mußte sie zugleich als Wohnstube dienen. Am 12. März 1834 Nachmittag brach im Hause Feuer aus, dessen Ursach wahrscheinlich der schadhafte Schorn­stein war und welches, als man es gewahrte, bereits un­widerstehlich war. Nach dem Brande wurde der Schulun­terricht Jahr in einem gemietheten Locale gehalten. Das neue schöne Schulhaus, mit zwei Schulstuben und Wohnun­gen für zwei Lehrer wurde am 19. nach Trinitatis 1835 eingeweiht.

Die Beyersdorfer Schullehrer sind Folgende:

1) Jacob Spalteholz, von 1660 an einige Jahre. Er scheint das Schulamt nur provisorisch verwaltet zu ha­ben. Als nach Beendigung des 30jährigen Krieges der Kai­ser in seinen Staaten die Verfolgungen der Protestanten mit doppelter Härte begann, flohen viele derselben nach Sach­sen. Unter ihnen war Jacob Spalteholz, der sich mit fti- ner Familie hierher wendete*). Er starb den 7. Jan. 1678 in seinem 69sten Jahre. P. Gudeborn hat bei seiner Todes­nachricht hinzugesetzt:ein frommer, exemplarischer Mann, der mein erstes Beichtkind gewesen, sonst von Ehrenberg aus Böhmen bürtig, woher er der Religion wegen, mit den Seinen entwichen. Von seinen Kindern finden sich im Kir­chenbuche erwähnt seine Söhne Zacharias und Samuel und eine hier a. 1659 geborne Tochter. Der Tod seiner Gattin ist mit folgenden Worten in das Kirchenbuch eingetragen: 1691 den 30. September starb Fr. Anna, weil. Jacob Spalteholzes, gewesenen Schulmeisters und hernach Häuslers in Beyersdorf nachgelaßne Wittib, 76 Jahr."

2) Christoph Grüner, starb den 28. April 1669.

3) Matthes Wen d ie r, 1669, war vorher Kirchvater-

4) Hans T schürch geb. aus Tauchritz. 1670- 1705. Er verehelichte sich den 27. Juli 1670 mit Sara Queisserin aus Taubenheim. Er hatte mir P. Gudeborn durch die Hrn. v. Ziegler, die auch ihm das Seine streitig machten, ein ähnliches Schicksal. Mit P. Spindler war er in Fehde. Er hatte eine zahlreiche Familie und starb d. 23. April 1705.

5) Gottfried Hennig, 17051743. Er that am 3. Pfingstfeiertage 1705 Probemit Singen und Lesen einer Predigt." Er ehelichte den 25. Nov. 1705 Jgfr. Anna Rosine Klemstein aus Cunewalde. Er hatte 9 Kinder. Im 37sten Jahre seiner Amtsführung und im 67sten seines Al­ters starb er d. 2. März 1743, also 6 Tage vor dem Tode des P. Güttler. Hennigs Gattin f den 24. Septbr. 1746.

6) Joseph Gruhl aus Neusalza 17431772; hielt an demselben Sonntage Probe mir P. Mönch. Gruhl wurde von Nieder-Leutersdorf hierher berufen. Zu seiner Zeit, a. 1755, gab's hier 84 Schulkinder. Er stab den 1. Juli 1772, nachdem er gegen 29 Jahre hier gewesen war, in einem Alter von 60 Jahren und hinterließ 4 Kinder. Er war vom Schlage getroffen worden, weshalb er um einen Substituten angehalten hatte, der ihm gegeben wurde in der Person des:

7) Carl Traugott Krügel aus Cunewalde, 1772 bis 1808. Er legte den Sonntag nach Ostern die Probe ab und wurde d. 27. Juli vom P. Knobloch in sein Amt eingewiesen. Er verehelichte sich mit Jgfr. Johanne geb- Graf. Ihm wurden hier 8 Kinder geboren. Krügel starb an einer Gallen - und Lungenentzündung den 31. Juli 1808, iw 64sten Jahre, nachdem er hier 36 Jahr Schullehrer ge­wesen war.

8) Carl Gotthold Opitz, 1808-1822, wurde in Neu- kkrch am Hochwald a. 1783 geboren. Als Zögling des ver­dienstvollen Schullehrer Köchler, welcher, bevor die Lausitz Schullehrer-Seminare bekam, mehre junge Leute zu tüchti­gen Schullehrern bildete, kam er 1801 als Schullehrer nach Ringenhayn. Von dort wurde er zum hiesigen Schulamte berufen, welches er kurz vor Weihnachten 1808 antrat. Er fand hier bei seinem Antritte eine Anzahl von 137 Kindern. Er wirkte in seiner Schule mit großer Thätigkeit. Durch Organisation eines Sänger-Chors erwarb er sich Verdienste um dm Gottesdienst. Bereits in Ringelhayn hatte er sich mit Jgfr. Joh. Eleonore Mann verheirathet. Von seinen 6 Kindern hat er 5 auf hiesigem Gottesacker. 1822 ging er

- als Lehrer nach Nieder-Putzkau, wo er sich noch gegen­wärtig befindet.

9) Carl Gottlieb Schone, kam 1822 hierher. Gebo­ren wurde er 1802 in Hennersdorf bei Herrnhut. Seine pädagogische Bildung erhielt er im Bauzner Seminar. Er

») Im alten Schöppenbucke geschieht auch Anderer Erwäh­nung, die sich damals aus Böhmen hierher wendeten.

fand hier 167 Schulkinder vor; jetzt hat er deren Einige über 200 in 3 Classen.

Kirchlich-statistische Uebersicht seit 1643.

Lahr:

Geborne.

Aufgebotene und Trauungen.

Verstorbene.

Communicanten.

1643

1

3

?

1653

10

vacat.

vacat

2

1663

9

1

5

369

1673

13

4

6

503

1683

11

1

6

526

1693

9

1

9

493

1703

11

2

5

535

1713

13

1

10

579

1723

23

1

12

731

1733

20

2

9

867

1743

20

vacant.

33

870

1753

27

4

13

1005

1763

20

9

21

?

1773

20

5

11

1145

1783

35

7

34

1401

1793

36

12

12

1547

1803

29

11

14

1535

1813

26

12

24

1823

41

9

21

1665

1833

46

13

63

. 1748

1839

42

17

28

1995

Im Jahre 1703 schrieb P. Schüler in das Kirchenbuch: Als in diesem Jahre auf Befehl die Gehörnen und Ver­storbenen zusammengerechnet und eingeschickt worden von a. 1601 bis 1702; befanden sich in denen 102 Jahren, ge­boren 827, verstorben 557.

Einiges aus den Schicksalen des Dorfes.

Wenn über die Rittergüter Beyersdorf, über die Kirche und dergl. die Nachrichten aus früher Zeit sich sehr kärglich fanden, so kann es nicht befremden, daß über das Dorf selbst noch Wenigeres niedergeschrieben worden ist. Die er­giebigste Quelle war hierin das Schöppenbuch. Im 16. und 17. Jahrhunderte waren, im Vergleich zu jetzt, der Einwohner wenige. Ihrem Verhältniß nach zur Herrschaft wurden sie in Erb- und Schutzmnterlhanen einaetheilt. Die Wirthschaften bestanden aus Bauergütern, welche um ein Bedeutendes größer waren als die jetzigen, aus Gärtner - und einigen Häuslernahrungen, deren Inhaber fast alle den Herrschaften dienstbar waren, und die bekannte kümmerliche Subsistenz der Fröhner hatten. Die Fröhner waren aber ihrer Seits oft den Herrschaften gehässig. Manche gingen ohne Weiteres von ihren Wirthschaften weg. Schon der erste Schlenker änderte dieß Verhältniß dahin, daß er diesen Leuten die Wirthschaften eigenthümlich überließ; und Hr. Joh. Georg v. Weinhart traf mit seinen Fröhnern ein Ab­kommen, vermöge dessen alle Frohnen in eine Geldrente ver­wandelt wurden.

Der Boden, an und sich schon etwas undankbar, war vormals auf einer niedern Cultur-Stufe; und der Vieh­bestand war gering. Granitsteine ohne Zahl bedeckten die Aecker und Wiesen. Wald gabs mehr als hinreichend. Schon früh gabs im Orte einige Handwerker. Weberei gabs schon im 17. Jahrh. hier. Nach der Mitte des 18. Jahrh. sing sie an die Hauptbeschäftigung des Dorfs zu werden und verdrängte die Spille und das Spinnrad. Es kam dadurch ein etwas erhöhter Wohlstand ins Dorf. Bei dem zeitweisen Stillstände aber, der in den Leinewand- handel kam, trat aber das eine oder das andre Mal bei den Webern des Dorfes große Noth ein. Ein ziemlich freundlicher Zeitpunkt war für Beyersdorf der, in welchem Hr. I. G. v. Weinh. Gutsherr war, 1780 Nicht nur dadurch, daß er Sinn und Mittel für Ameliorationen hatte, er baute und pflanzte, sondern auch durch seinen gro­ßen Ruf als Arzt wurde er dem Orte nützlich. Sehr viele Kranke, oft weither, kamen zu ihm, und hielten sich oft längre Zeit im Dorfe auf. Dadurch verdienten hier manche Leute Geld. Er hatte stets einige junge Männer als ärzt­liche Gehilfen.

Die isolirte Lage des Dorfs in einer gebirgigen, ehe­dem ziemlich unwegsamen Gegend hatte für dasselbe den Vortheil, daß es in Kriegszeiten seltner und nur kürzere Zeit unmittelbar zu leiden hatte. ImHussiten-Kriege mag der Ort einigemal sehr übel daran gewesen sein, was sich

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