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Predigtairdacht.

fte denn auch nicht der Aufmunterung zum Guten, wozu die Predigt viel mehr, als zum eigentlichen Unterrichte dienen soll? Von einem solchen Bedürfnisse kann sich kern Mensch freisprechen, so lange er sich noch auf dieser Pilgerfahrt befindet.

Um aus der Predigt gehörigen Nutzen zu ziehen, muß man sie vor Allem mit der edlen Absicht, dadurch belehrt, erbaut und gebessert zu werden, anhören und wahrend der­selben, ohne sie kritisiren zu wollen, das Gesagte auf sich anwenden, indem man sich fragt, wie man dieser oder jener Pflicht bisher nachgekommen sei, und darnach Vorsätze für die Zukunft macht. Diese Anwendung der Predigt wird derjenige leicht machen, welcher dieselbe in der angegebenen Absicht hört. Ein solcher wird auch in jeder Predrgt, sie sei so schlecht, als sie wolle, Stoff zur Erbauung finden. Willst du demnach, daß der Samen des göttlichen Wortes in deinem Herzen aufgehe und Frucht bringe, so bereite vor Allem das Erdreich deiner Seele durch eine gute Absicht sorgfältig dazu vor. Damit er aber auch tief in deinem Herzen Wurzel fasse, darfst du dich nach der Predigt nicht gleich zerstreuen, sondern mußt am Tage öfters an die Wahr­heiten zurückdenken, welche auf dich besonders Anwendung finden. Da es sich endlich bei dem ganzen Geschäfte unse­rer Besserung um ein Werk handelt, an welchem Gott mit seiner Gnade den größten Antheil hat, so ist es auch von größter Wichtigkeit, sich durck inbrünstiges Gebet zur An­hörung der Predigt vorzubereiten und dieselbe mit Gebet zu beschließen. Als Gebete können folgende dienen.

Gebet vor der Predigt.

Komm, heil. Geist! erfülle die Herzen deiner Gläu­bigen und entzünde ste mit dem Feuer deiner Liebe. Laß mich, mein Gott! mit der reinen Absicht, belehrt, erbaut und gebessert zu werden, dein heil. Wort an­hören und dasselbe so beherzigen, daß es in meinem Herzen aufgehe und Früchte der Buße und Besserung bringe. Erleuchte und entzünde auch deinen Diener,