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Beichtandacvr.

vergeben werdet, denen sind sie vergeben, und denen ihr sie behalten werdet, denen sind sie behalten." Sowohl die An­häufung, als auch die folgenden Worte können offenbar nichts Anderes, als die Macht der Sündenvergebung bczeick- nen, womit die Apostel bestimmt waren, eben die Gewalt, welche Christus vom Vater erhalten hatte, zu üben und da­mit das Erlösungswerk fortzuführen und zu vollenden. Die­selbe Gewalt verheißt Christus seiner Kirche Matth. 16,^ 19 mit folgenden Worten:Dir (Petrus) will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du immer binden wirst auf Erden, das soll auch im Himmel gebunden sein, und was du immer lösen wirst auf Erden, das soll auch im Himmel ge- löset sein;" und mit jenen andern Matth. 18, 18:Wahr­lich sage ich euch (Aposteln): was ihr immer binden werdet auf Erden, das soll auch im Himmel gebunden sein , und was ihr immer lösen werdet auf Erden, das soll auch im Himmel gelöset sein." Die Ausdrückebinden" undlösen" sind dem hebräischen Sprackgebrauchc entnommen. Nach diesem Sprachgebrauche ist die Gewalt zu binden und zu lösen keine andere, als die, Gesetze zu geben und abzuschaffen, Strafen zu verhängen und nachzulassen, und kommt als solche den höch­sten Machthabern zu. Christus sagt demnach, daß die Apostel und insbesondere Petrus als Vorsteher seiner Kirche, welche er so oft mit dem Namen Himmelreich belegt, in den geistli­chen Angelegenheiten der Kirche eine Gewalt haben sollen, die kr derjenigen, welche die weltlichen Machthaber im Staate üben,

| ähnlich, aber so ausgedehnt ist, daß alles, was nur immer

» zu binden und zu lösen ist, derselben unterworfen sei, und

' damit wird ihnen, wie die ausgedehnteste Gewalt in Regie­

rung der Kirche, so auch die ausgedehnteste Gewalt in Nach­lassung der Sünden anvcrtraut. Erhielten aber die Apostel eine solche Gewalt, so mußte dieselbe auch, eben weil sie ih­nen zum Besten der Kirche, zur Nachlassung der Sünden er- theilt war, auf ihre Nackfolder übergehen und so lange in der Kirche fortdauern, als überhaupt der Grund, aus dem sie gegeben wurde, fortdauert, als es nämlich Sünder gibt, welchen die Früchte des Versöhnungstodes Christi durck die von der Kirche geübte Sündenvergebung können zugewendet werden, d. h. bis zum Ende der'Welt. Damit stimmt auch die beständige Hebung und Ueberlieferung der Kirche überein,