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30. Jesus wird verrathcn. (Luc. 22.)
L^csus halte unter seinen Jüngern einen mit Na- mett Judas, der Sohn Jskariots, dem er das wenige Geld, welches ihm gute Menschen verehrten, anvertrauet, und den Armen auszutheilen aufgetragen hatte. Ein Amt, das viele Menschenfreundlichkeit und Uneigenntthigkeit erforderte, zu welchem sich Judas aber gar nicht gebildet hatte, noch durch Jesu Lehre und Beyspiel bilden wollte ; vielmehr nennt ihn das heil. Evangelium einen Dieb, der sich wenig um die Armen bekümmerte, und vielmehr dasjenige, was einsam, für sich selbst verwendete (Johann 12, 6 .). Indessen wußte er dennoch seiner Handlungsweise einen Anstrich von Amtseifer, und menschenfreundlicher Sorgfalt zu geben, und bewies es zu Bethania, als Maria des Lazarus Schwester mit einer köstlichen Salbe die Füsse Jesu cinsalbke, und mit ih, ren Haaren abkrocknete. „Konnte der Balsam, sagte er, nicht um dreyhundert Denarr verkauft, und den Armen gegeben werden?" Aber Jesus kannte sein habsüchtiges unredliches Her;, und zeigte ihm, wie er richtig von dieser rühmlichen Handlung hätte urtheilen sotten.
So väterlich diese Zurechtweisung war, so hatte sie doch das Herz des geldgierigen und diebi-

