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schen Jüngers auf seiner empfindlichsten Seite an­gegriffen, und ihm zugleich die ganze Hoffnung benommen, eine ähnliche Gelegenheit ein ander Mal zu seinem Vortheile benützen zu können. Er wuß­te nun, wie Jesus von einer solchen Ehrenbe­zeugung dachte, und es würde fich schwer thun lassen, fie in seinem Beutel zu leiten. Er faßte demnach den teuflischen Entschluß seiner Habsucht auch durch Verratherey Genüge zu leisten.

Traurig! daß die Menschen sich oft vom Schimmer des Goldes und Silbers blenden las­sen, und selbst der sonst rechtschaffene Mann durch eine ungerechte That die Hand darnach ausstrcckt! Möchte uns Sinn für Recht und Tugend für Ge­nügsamkeit und Uneigennützigkeit von Jugend auf eingepräget werden, um in den Jahren des Man­nes jeder Versuchung zu widerstehen!

Die Juden hielten dazumal gerade Rath, wie fie nicht nur Jesum, sondern auch seinen er­weckten Freund Lazarus aufeine weniger geräusch­volle Art fangen, und aus dem Wege räumen könn­ten; daher hatten fie weislich beschlossen: ,,Nicht zur Zeit des Festes, damit nicht etwa eine Aufruhr entstehe." Jetzt kam ihren Bemühungen der ver- rätherische Jünger wie gewünscht entgegen, und bath fich an, ihnen seinen Lehrer und Freund für eine Belohnung zu überliefern. Freude durch­strömte alle ihre Glieder; sie ließen sogleich den ersten Entschluß fahren, und trugen ihm dreyßig Silberlinge (etwas über 12 Gulden) an. Dieß Blutgeld hielt der Bösewicht für eine zu große Belohnung, als daß er nicht sobald auf Miller