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tigert lassen. Diese Züchtigung bestand naA rö« Mischer Sitte in einer grausamen Geißlung und ward nicht selten angewendet, wenn der Richter die Wahrheit herausbringen wollte. Mochte nun Pilatus diese Absicht haben, oder vielmehr das ungestüme und von den Priestern aufgchetzte Volk zu beruhigen suchen, so war die Anwendung dieses Mittels immer eine ungerechte Sache. Zesus hatte ihm auf seine Fragen geantwortet, und er wußte nicht nur, daß ihn die Priester aus Haß und Neid angeklaget hatten, sondern hörte auch sernc Unschuld aus seinen Antworten. Hierzu kam noch, was ihm seine Frau zur Warnung sagen ließ: aber Pilatus war ein zu schwacher Mann, als daß er sich nach Pflicht dem ungerechten Begehren der Juden widersetzet, und Jesum wieder ganz frey ließ. Leider sind mir Menschen noch heul zu Tage so nachgiebig gegen Dinge, welche uns die Pflicht verbietet. Mögen sie uns anfänglich gering und unwichtig scheinen, so führen sie uns dennoch nach und' nach zu großem Lastern^ und setzen uns in einen Zwang, dem man nicht so leicht mehr ausweichcu kann.
Pilatus übergab hieranf Jesum seinen Soldaten, und ließ ihn geißeln. Menschen von einer rohen barbarischen Gcmükhsart, wie sie der gemeine und an Strenge gewöhnte römische Krieger hatte, war dieß ein gewünschtes Geschäft, om züglich, da sie es an einem gemeinen Juden, für den sie Jesum hielten, ausüben sollten. Sie nahmen ihn also gleich in ihre Mitte, und versammelte« zu diesem traurige« Schauspiele die Übrige
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