Meine Tante empfieng mich mit der traulichsten Herzlichkeit. Die brave Frau! Bisher hatte sie nur als Mutter gegen den armen Verlassenen gehandelt; jetzt sprach sie auch so. O Rudolph, es ist bine himmr lisch« Sprache, die Sprache einer liebevolr len, zärtlichen Mutter. Die mich gebar, konnte sie nicht mit mir reden; wohl mir, baß ihre würdige Schwester es kann und will! Der holde, süße Ton soll an mei­nem Herzen gewiß nicht verhallen.

Wie sehr die edle Frau von Allen, die sie umgeben, geschätzt und geliebt wird! Der furchtsame, scheue Blick, der sonst ger wöhnlich den Domestiken in vornehmen Häusern eigen ist, hat sich hier in den Aus­druck freudiger Ehrerbietung umgestaltet« Sie ist nicht von Dienern, nur von Kin, dern, dankbaren Kindern, ist sie umgeben.

Du weißt e§, Rudolph, wie wohl die stille häusliche Tugend, die ohne Geräusch