122

vieles durchsprechen, namentlich aber über Evangelisa­tion in Jerusalem. Grade als ich ihn über seine Wüstenreise und den Aufenthalt ans dem Sinai näher befragen wollte, kam der Zug, und hielt nur etwa 2 Minuten an. So schnell als wir von Basel nach Beuggen gefahren, ging es jetzt wieder zurück, kaum hatte ich mich etwas eingerichtet und mit eini­gen Reisenden ein wenig bekannt gemacht, da hieß es Station Grenzach. Hier stieg ich ans, um eine Fuß- parthie auf die weithin bekannte Krischona anzutreten.

Elftes Capitel.

Die Krischona.

Nach Grenzach war ich an Pfarrer Rink empfohlen, leider aber konnte ich von dieser Empfehlung keinen Gebrauch machen. Die Zeit erlaubte es mir nicht.

Es war von Grenzach bis auf die Krischona immer noch ein tüchtiges Stück, und-es geht fast durchweg steil aus. Von dem Mittagbrot in Beuggen, was ich ne­ben Vater Zeller sitzend eingenommen, war ich ganz - gesättiget und fühlte kein leibliches Bedürfniß. Die Luft war mild, erfüllt mit dem alles Leben mächtig steigernden Frühlingsäther; das frische Grün der Bäume ' glänzte mit großer Pracht im Golde der Sonne, und die auf Anhöhe« zerstreuten Häusergruppen von Grenzach erinnerten mich an unser Schreiberhau. Anfangs war ich etwas zu rasch gegangen, das fröhliche Leben in der Natur hatte mich auch in eine fröhliche, rasche Bewe- > gung gebracht; wie daher das Steigen anging, kam auch eben so schnell die Ermüdung. Doch je höher, desto reiner die Luft, desto erregender und kräftigen­der ihr Genuß. Bald war ich mitten in einem Wie- ' - senkessel von köstlicher Buchenwaldung, bald wieder auf :j:. weit hin sich erstreckenden Berghöhen. Kein Mensch, keine Heerde, keine Straße war wahrzunehmen, nur >