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denn je, jetzt wird es, wenn die oben, die das Regiment in Händen haben, nicht eben so kräftig handeln, als sie wacker sind, noch heilloser zugehen. Haltet sie in Ehren, eure wackere Bürgerschaft, die über dem Geschenke eures Kaisers, wie über einem Kleinod wacht und mit eigenem Herzblut einzustehen bereit ist, daß'euch werde, was man euch versprochen, daß man halte, was man euch gegeben, daß es nicht wieder so geschehe wie im Jahre 1815, wo, als die Völker auf dem Schlachtfeld zu Leipzig gekämpft und ihr edelstes Blut verspritzt, dieFürsten geschworen, die Völker zu beglücken, ihre Rechte und Freiheit heilig zu achten, und sie Alle falsch geschworen haben. Damal bat man euch und eure Eltern um ein Leben betrogen, euch um eure Frei­heit, um die mit Allem, was euch lieb und werth war, erkauften Er­rungenschaften um so freventlicher gebracht, je heiliger man euch Alles zu halten geschworen; um so freventlicher, als man das, was ihr im Kampfe für sie gethan und sie nach überstandener Gefahr be­schworen, im Frieden, in den Tagen der Ruhe meineidig gebrochen, und euern Heldenmuth vergessen, ja gehöhnt hatte. Nicht mehr wird es so geschehen, denn die Studenten und Bürger Wien's wachen über eueren Rechten, drum haltet sie in Ehren diese wackern Kämpfer für Kaiser und Vaterland, für Recht und Freiheit, für Gesetz und Geist, darum haltet stein Ehren diese Unterdrücker eurer Unterdrücker, diese Feinde eurer Feinde, diese Würgengel eurer Würger und Verfolger!

Nun aber Brüder zur Sache, wir haben noch ein großes Stück Arbeit vor, und da heißt es hübsch behutsam zu Werke gehen, fein sacht überlegen und die Sache wenden und drehen und beschauen und be­trachten, ob sich nicht irgendwo etwas zeigt, was sich nicht zeigen soll. Seht Brüder, die gelehrten Leute werden dasselbe thun, was ich, sie werden Punkt für Punkt durchgehen und darüber schreiben ein Grades und Krummes, ein Kluges und DummeS, aber die wenigsten meinend ehrlich, sie schütten eine Brühe über den Braten, daß man den Braten nimmer sicht. Wir wollen das anders machen. Mit klaren Worten will ich euch verständlich machen, was ihr nicht versteht, ich will zu euch reden, wie man zum Volke reden muß, deutlich, klar, bündig, wie ein Mann aus dem Volke, und der bin ich! Ich kenne eure Gedan­ken, ich kenne eure wackern Herzen, und will die erstern leiten, daß sie nicht irre gehen im Gebiethe der Erkenntniß und will die letztem erhalten in Liebe für den besten der Kaiser, in Liebe für das Recht, im Gehorsam für das Gesetz, im Muth wider die Unterdrückung, im heiligen Zorne wider jede Verletzung der euch ertheilten Rechte und Freiheiten, in der Entschlossenheit einzustehen mit Allem was euch hei­lig» wenn Kaiser und Vaterland in Gefahr. Um dieß aber zu errei­chen, will ich schlicht doch kräftig über das Wichtigste reden, was ihr nun besitzt, über euere Verfassung, die ihr auch oft genug Constitution nennen gehört. Weiß sich denn auch jeder von euch Rechenschaft dar­über zu geben, was es heißen soll: