B P-.Ji |i r!i

Das Protokoll über die Vernehmung des pr. Goldmark vor­der Militäruntersuchnngssection in der Salzgrieskaserne, als Zeugen der Ereignisse vom 6. October 1848 im Hofkriegsgebäude, lautet wie folgt:

Protokoll vom 14. November 1848.

Es erscheint der Hr. Reichstags-Depntirte Joses Goldmark, und wird nach gemachter Wahrheits-Ermahnung, wie folgt verhört:

1. Sie wollen Ihr Nationale angeben.

ad. 1. Ich heiße Josef Goldmark, von Kreutz in Ungarn ge­bürtig, 30 Jahre alt, israelitischer Religion, ledig, Doetor der Medizin, und Reichstags-Abgeordneter für Wien, hatte nie bei Strafbehörden bisher Anstand, und hörte, daß ich über die Vorfälle des 6. Oetober d. I., soweit sie den Mord des Herrn Kriegsministers betreffen, Aus­künfte zu geben habe. Hierüber weiß ich Folgendes:

Am selben Nachmittag, etwa halb 4 Uhr kam ich in die Kam­mer, wo die nöthige Anzahl der Depntirten zur Sitzung nicht vor­handen war. Ans die gekommene Nachricht, daß sich beim Kriegs- gebände der Kampf zwischen Volk und Militär entsponnen, wurde ich, Borrosch und Fürst Ljnbomirsky durch Acclamation als Deputation zu dem Ende abgeschickt, um das- Volk zu beruhigen, und beim Mi­nister die Einstellung der Feindseligkeiten zu bewirken. Auf der Mitte des Weges in Erfahrung bringend, der Kampf sei zu Ende, kehrten wir in die Kammer zurück. Bald jedoch erschien hier Minister Hornbostel und erklärte auf die Anfrage des Depntirten Borrosch, daß das Leben der Minister im Kriegsgebäude wirklich bedroht sei.

Auf Vorschlag des Borrosch, daß es Pflicht der Menschlichkeit sei, Alles zur Rettung der Minister aufzubieten, wurde ich, Präsident