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6 Geist der Gesetze.

abweicht, bleibt es dem Gesetze seiner Natur getreu, da dieses Gesetz das der Freiheit ist, und diese Freiheit wäre nicht mehr für beschrankte Wesen die Freiheit, wenn sie nicht von der Regel abspringen könnte. Diese Möglichkeit des Lasters oder der moralischen Unordnung ist die erste Bedingung der Möglichkeit der moralischen Ordnung.

Eben so verhält es sich mit den Parallelen, die man öfters zwischen der vermeintlichen Unschuld der Thiere, und dem schuldvollen Betragen des Menschen aufstellt. Diese Parallelen laufen alle da hinaus, daß die Thiere nicht Menschen, und die Menschen nicht Thiere sind.

Der Kunsttrieb der Thiere ist ein schwer zu lösendes Problem. Je vollkommner ihre Sinne, je feiner ihre Gefühle, je kleiner an Zahl ihre vor­herrschenden Empfindungen sind, um so stärker, durchgreifender, bestimmter sind sie. Diese Empfin­dungen sind die Veranlassung, aber nicht die Ur­sache ihrer wundervollen Arbeit und ihrer künst­lichen Verrichtungen. Sie ziehen gewissermaßen durch das Bedürfniß oder den Reiz, den sie im Thiere Hervorbringen, das Getriebe auf, dessen Folgen und Wirkungen wir bewundern. Ihre Or­ganisation ist berechnet auf gewisse andere Thiere, deren sie bedürfen oder die ihrer bedürfen, auf die Dinge, die ihnen nützlich oder schädlich sind; al­lein sie handeln diesen Verhältnissen gemäß, ohne