46 Die Monarchie.

und allein von dem Könige und seinem Rache ausgehen.

In einer Monarchie, wenn sie auch unbe­schränkt ist, giebt es Gesetze, die für Alle dieselben sind: einen Adel, den der Monarch zwar ertheilen, den er aber nicht willkührlich nehmen kann; fest­stehende Formen, nach welchen die Rechtöpsiege und die Verwaltung einen bestimmten Gang ge­hen, und den Monarchen in Schranken halten. Auch bilden in den neuern Monarchien die un­sichtbaren Gewalten der Religion, der Erziehung, der Sitte, der öffentlichen Meinung, vortreffliche Stütz­punkte und zugleich herrliche Hemmketten der Macht. In den meisten Monarchien betrachten sich auch der Souverain, und die von ihm ausgehenden Ge­walten, als Mittel, und streben, als solche, den Zweck des Staats zu erreichen. Daher faßt in den Gemächern die Ueberzeugung Wurzel, daß der Staat seiner Bestimmung entgegengehe, und dieses bringt Ruhe und Sicherheit hervor.

In dem Despotismus hingegen, wenn er sich nicht, vermittelst der großen Eigenschaften des Des­poten, der Monarchie nähert, beruhet Alles auf der Furcht, und die Furcht hängt von der physischen Kraft ab, die dem Despoten zu Gebote steht. Es ist nichts unsichreres unter der Sonne, als dieser Zustand der Dinge. Bei der geringsten Veranlaffung wendet sich die physische Kraft, die den Despoten beschützen soll,