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V. Abschnitt.
Gleithgelvithtsgesetze lropsbar slnßiger Körper
§. 64. Prinzip der Gleichheit des Druckes. Die Theil- chen flüssiger Körper weichen, da sie sehr leicht verschiebbar und beweglich sind, bei dem geringsten Drucke aus ihrer Lage und zerfließen, wenn dieß nicht durch einen Gegendruck oder durch eine feste Wand verhindert wird. Der Druck, den in einer tropfbar flüssigen Masse die oberen Theilchen durch ihr Gewicht auf die tiefer liegenden äußern, bewirkt ein Zerfließen nach allen Seiten, bis die Wände des Gefäßes denselben Einhalt'thnn; daher nimmt diese Flüssigkeit stets die Form des Gefäßes an, in welchem sie anfbewahrt wird, aber sie hat eine freie d. i. durch keine Wand gestützte Oberfläche. Eine ausdehnsame Flüssigkeit nimmt auch die Form des sie einschließenden Gefäßes an, aber da die Ausdehn- samkeit aller Gasarten an der Erdoberfläche bei dem gewöhnlichen Luftdrucke und bei allen in der Atmosphäre vorkömmenden Temperaturen stets größer ist als die Schwere, so kann sie keine freie Oberfläche haben, sondern sie muß an allen Seiten von festen Wänden eingeschlossen sein.
Fig. 70 .
Es sei in dein Gefäße ABCD ein fester Körper, der sich überall dicht an die Wände anschließt und dessen Gewicht wir ganz unbeachtet «w- ™ lassen; auf diesen Körper werde mittelst eines
Stempels M ein Druck P vertikal abwärts ausgeübt, so pflanzt sich dieser Druck unterhalb der Fläche FE von Schichte zu Schichte in vertikaler Richtung zu dem Bodenstücke 68 fort, so daß dieses eben so gepreßt wird, als wenn der Stempel unmittelbar aufliege; die seitwärts befindlichen Bodentheile, so wiesämmt- . liche Seitenwände erleiden keinen Druck, weil " sich derselbe nach den Seiten hin unmerklich fortpflanzt. Ist jedoch in dem Raume ABCD ein flüssiger Körper, so wird jedes von den unmittelbar durch den Stempel gedrückte Theil- allen Seiten mit der nämlichen Kraft auszu- dadurch überträgt es
A
r
N
C G II D
chen dem Drucke nach
weichen streben, mit der es selbst gedrückt wird;
den empfangenen Druck ungeschwächt auf die ganze nächste Umgebung, die eben so den Druck gleichmäßig nach allen Richtungen abwärts aufwärts und seitwärts bis zu den Gefäßwänden fortpflanzt, so daß eine Fläche so groß wie die unmittelbar gedrückte EF, sie mag wo immer innerhalb des Gefäßes sich

