lügnerische, falsche Mutter. Nehmen Sie sie in Ihr Haus, Pastor! Selma und Annchen haben sa immer gern mit den Dingern gespielt, und unter deren Händen werden sie am besten die gottlose Mutter vergessen und aufhören nach ihr zu fragen. So ein Wort von den Kindern ist mir immer wie ein Dolchstich, denn sie thun mir in der Seele leid, mögen sie nun meine Töchter sein oder nicht, sind's doch immer Mädchen, und die Schande der Mutter fällt vielleicht eben so sehr auf sie, als auf mich."
„Schande und Ehre eines Menschen kann nie von einem Andern, als ihm selbst abhängen," entgegnete der Geistliche, „und es ist eine schon oft dagewesene Thatsache, daß Sünden und Fehler der Eltern den Kindern zum Sporn der Selbstveredlung wurden."
„Ach, Pastor," sagte Winrich, die Achsel zuckend, „Sie können reden, das ist leicht, ich glaub' auch wohl, daß Sie es gut mit mir meinen, an meiner Stelle aber würden die klugen Redensarten Sie auch nicht trösten oder freuen. Ich bin durch mein Weib beschimpft, zum Gespött aller Welt geworden und überdies — wie lächerlich Ihnen das auch scheinen mag —

