sey, gar keine Efslust habe, dicker Urin brennend, der Kotli mühsam abgehe; dabei zeige sich die monatliche Reinigung stark, die sie doch so lange schon verloren habe. Sie sah cachec- tisch, gedunsen aus, die Füfse waren etwas oedematös; der Puls klein, weich, sehr lang- sam; der Körper kalt. Ein ganz eigener, höchst ekelicher Geruch schwebte in ihrer Nähe. Marasmus, vielleicht Mutterkrebs hielt ich für die Ursache, gab Chinadecoct mit Kalchwasser, ver- ordnete eine nahrhaftere Diät als bisher. Anee- rathene Injectionen wurden verworfen, das Touchiren nicht gestattet. Nach mehreren Tagen fanden noch dieselben Klagen statt, die Blasenbeschwerden stiegen. Es wurde Opium gegeben, noch dies und das versucht, es blieb aber immer beim Alten, — die Untersuchung des ganz weichen Unterleibs liefs eine vermu- tliete Verhärtung nicht entdecken. Ich tappte ganz im Finstern.
Eines Tages als ich mein Befremden über die Hartnäckigkeit desUebels zu erkennen gab, enthüllte die Tochter, trotz alles Abwehrens der sehr scliaamhaften Mutter auf einmal das Räth- sel, welches sich dann auf folgende auffallende Art also lösete: — die Kranke hatte nach dem lezten Wochenbette in der Mitte der 40er Jahre einen Muttervorfall bekommen, lange aus

