VII.

Desrues.

Ich habe weiter oben gesagt, daß wir weit ent­fernt wären, zu allen Hinrichtungen, welche uns zu voll­strecken geboten wurden, eine gleich ruhige Gemüths- stimmung mitzubringen; ich habe erzählt, wie dieses Schwerdt der Gerechtigkeit, welches der Fiction nach taub und blind sein soll, den sinnverwirrendsten Zwei­fel bei Vollziehung seines schrecklichen Auftrages em- finden kann, als ob das vergossene Blut in unserem Herzen jene unbestimmte Unruhe hinterlassen könnte, welche den Gewissensbissen so nahe kommt. Zuweilen trug die Größe des Frevels, den wir zu strafen hat­ten, auch den Sieg über die Gefühllosigkeit davon, welche das Gesez von seinem Diener fordert; wenn ,/ es uns gebot, eines jener Ungeheuer mit menschlichem / Angesichte, welches die Hölle zuweilen zum Schrecken i. oon Generationen ausspeit, wieder in die Finsterniß zurück zu verstoßen, mußten wir nothwendig eine tiefe Erregung empfinden, wenn wir die Hand an das in solchem Falle wirklich als das Schwerdt Gottes er­scheinende Todeswerkzeug legten.

Antoine Francois Desrues war eines jener Un­geheuer.