gehört in der That zu den sonderbaren unö tvidersprecheuden Ersckeinungen/ daß in einem Zeit­alter , worin so viele Menschen sich , um ihrer Sinnlichkeit und dem Lebensgenuß ganz zu ftöh- uen, über Pfiicht und Gewissen, alles Heilige und Ehrwürdige hinwegsetzen, Gespenster - Zauber - und Teufelsgeschichten eine Liebliilgsreetüre sind. Soll- te vielleicht tiefes Streben des mensä lichen Gei- D stes , sich mit dem Uebernatnrlichcn, wovon wir ~ doch unmöglich vollständige Begriffe erreichen körr- neu, zu beschäftigen/ liicht selbst ein leiser Finger­zeig sepn / wodurch unsre Seele uns 'selbst durch eine uns nicht deutlich bewußte Idee andcutet/ daß wir für etwas mehr, für etwas Höheres be­stimmt sind / als der in dieser armseligen Hülle eingekerkerte Geist hier faßt und begreift? Oder , da es wohl dem Menschen die höchste Würde gibt/ Moralitat als den ersten Zweck zu verfol­gen: so scheint vielleicht bey allem Gräßlichen die­ser Geschichten doch ein gewisses angenehmes Ge­fühl dadurch zu entstehen, int cm man uns berich­tet/ daß da/ wo keine Strafe den Frevler hürnie- , den erreicht, dennoch eine strafende Gerechtigkeit/ selbst über die Gränzerr der Kor^erwcrt, die ver- verletzte Moralität ahndet.. Weit bin ich ent­fernt / hierdurch dieser Art von Geschichten das Wort reden zu wollen/ die ich bloß darum nie- derschrieb/ weil ich zu meinem eigenen und mei­nes Verlegers Vortheil wünschte, daß auch, was ich schrieb/ abgesrtzt und gelesen würde; und da­her stimmte ich irr diesen Ton ein.

Der Stoff gehört mir ursprünglich nickt an. Ich habe ihn theils aus Chroniken , so wie g!cich den Gedanken zu der ersten Legende aus Henne-