62
Doch über Berg und Thal war seine Spur verschwunden, 8 Als Er mein Haus besucht, und nirgends eine Stimme. ^ ■ Erzvater *), du, sein Freund! o dring' ihn mir ;urücke!
Du warst ihm stets so treu, vielleicht daß es dir glücke!
Such' du mein Heil! aufs Lamm von Moria Hinblicke,
Sein Schweigen nütz' dem Lamm, das nicht gehorcht der Stimme. Fern von dem sanften Mann' halt' jene rauhen Hände s );
Du weißt zu bitten ׳ja, inständig Fleh'n entsende. —
Gieb, daß vergessen nie dein Zeugniß, Höchster, ende.
Aus seiner Kinder Mund' nie weiche Deine Stimme.-
Groß war der Seher Kraft, aus meinem Volk' entsprungen. Der Sänger, deren Wort mir scharf ins Herz gedrungen * * * 4 5 6 7 j. Von hoher Wächterburg r ), wenn ihre Stimm' erklungen. Um Offenbarung, fieh'nd, Antwort gab Seine Stimme.
Als aber der himmlische Freund sein Haus besuchte, und Israel nicht zu Hause fand, da eilte er im Zorne weg, weil weg, und
die verlassene Freundin fitzt einsam und trauert.-Das Bun-
desverhaltniß Israels mit Gott zu dem Verhältnisse von Gatten und Gattin verglichen, kommt bei den Propheten sehr häufig vor (vgl. Ierem. Cap.2. 3. Hosea Cap. 2 u. a. O.) Die alten,Er- klarer deuten auch das Hohelied auf dieses Verhältniß zwischen Gott und Israel, und auf dieses Buch wird in vielen Versen un- seres Gedichtes angespielt (vgl. hier Hohes!. 2 , 14. 17.).
4) Abraham, der Bundesfrcund Gottes, wird gebeten, er möchte
Israel den Freund wieder zurückbringen. Er sollte in seiner Für- spräche auf das geduldige Lamm, ׳ auf seinen Sohn Isaak hin- weisen, und daß er ohne' Widerrede fick zum Opfer .hingeben wollte, möchte seinen Kindern beistchen. wenn sie durch Ungehor- sam Strafe verdienen. Isaak, das gehorsame Lamm, wird dem ungehorsamen Lamme Israel entgegengestellt. -
5) Abraham solle nicht zugeben, daß von seinen beiden Enkeln der rauhhändige Esau den sanften Jakob beherrsche, und er, der einst für die sündhaften Sodomiter so inständig fürgebetet. er möchte es aucb für bie Reinigen -thun. — Darauf wendet der Dichter fich wieder unmittelbar an Gott, und bittet, daß er aus dem
. Munde von Abrahams Kindern sein Wort nicht möchte wei- chen lassen.
K) Anspiel, auf Hohes!. 1, 6: die Söhne meiner Mutter fuh- ren mich all ( בני אפיי נז״ירר בי ), was der Dichter auf
1 die Propheten deutet, welche die Nation durch scharfe Reden wieder auf den rechten Weg bringen wollten.
7) Dgl. Habakuk 2 , 1 . 2.: auf meiner Wartchurg .staub ich..und Gott gach mir Antwort.

