wcrth Deiner Vergebung, ist unsere Sünde so groß, daß wir vor Deinem prüfenden Auge nicht bestehen können, so möchte doch heute unser eifriges Gebet Deinen Unwillen von uns abwenden. Mit inbrünstiger Seele.rufen wir vor Dir: o Herr, vergieb, o Herr, verzeih'; voll Vertrauen, daß die Vergebung in Dei- ner Nähe wohnt, voll Hoffnung, du werdest unsere Schuld aus- tilgen in Deiner Barmherzigkeit.

Barmherzigkeit erflehen heute die hier Versammelten von Dir; Barmherzigkeit offenbare ihnen im reichlichen Maaße, denn sie ist Dein Lob, Dein größter Ruhm. Sind wir ja Dein Volk und Dein Erbe, das Werk Deiner Hände und Deine Geschöpfe. Haben wir ja keinen Gott außer Dir, keinen Helfe/ ohne Dich. Wie Du einst zu Deinem treuen Diener sprachst: ich vergebe nach deinem Willem, so sprich noch jetzt: ich vergebe euch, zu den Anhängern Deiner Lehre; zeige Dich auch uns in Deiner großen Liebe, und durch nnseren Lobgesang werde Höchster verherrlicht. '

Verherrlicht bist Du im Himmel und auf Erden, wir aber sind ar-ne Geschöpfe, leer an Verdiensten, und gleich Bettlern kom- men wir darum an Deine Pforten und klopfen an und rufen? vergieb doch unsere Schuld! Gedenke des Erbtheils, das Du Dir zugeeignet; gedenke jener drei Väter, die Du so sehr geliebt, und erfülle an uns die Verheißung, welche Du ihnen ver- liehen. Nimm Dich ihrer Kinder liebreich an; erhöre die Niedri« gen, erlöse die Bedtängten, führe zu Dir die Verirrten: ,denn Deine Diener sind sie und Du bist ihre Stütze; sie kasteien sich und peinigen ihren Leib, um Deine Gnade zu erlangen. O führe Du ihre Sache wohl hinaus^ der Du die Entfernten gerne wieder an Dich ziehest, bring' auch sie Dir wieder näher; unwandelbar mögen sie Dich umgeben, und es erhebe Dich das Loblied Deines Volkes, das wie die Lilie steht in des Thales Tiefen 6 7 )י

Die Tiefen unseres Herzens, wenn Du untersuchest, so laß wallen Deine gnadenvolle Güte- Denn liebreich bist Du und ver- zeihst.so gerne, und die Gnade ist Dein Eigenthum. Reich bist

6) Moses, bei Gelegenheit der AUskundschafter. 4 B. M. 14, 20 .

*7) Mit der Lilie, welche iin tiefen Thale, der Sonnengluth weniger ausgesetzt, langer währt, Dergleichen die Rabbinen Israel,' das fern von zerstörender Eroberungslust, so viele Völker überdauerte. Vgl. Midrasch rabba, Pred. 2, 1 .