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alle Schritte des Menschen zähltst Du, ׳und doch verziehst Du ave seine Sünden; vermag er auch kein Lösegeld Dir anzubietcn, doch harrest Du väterlich des Reuigen) und lösest die Bande seiner Schuld. Denn Du verlangst nicht den Tod des Sünders, und hast kein Wohlgefallen an seiner Beschämung. Darum hast Du diese zehn heiligen Tage eingesetzt zur Erhe- bung und zur Bekehrung. Wer von seinen Sünden stch ernsthaft wegwendet, wer sie treu einbekennt vor Gott, ein Der- theidiger a ) tritt auf für ihn, um scme Sache zu führen, und seine Buße nimmt Gott als Lösegeld an; und der Tag der Ver- ״gebung verzieht seine Schuld, tilgt aus sein Vergehen,, und zu neuem Leben wird er eingezeichnet. Also haben auch wir uns heute eingefunben. unsere Sünden zu bekennen, unsere Fehler ein- zugestehen, den Weg des Bösen zu verlassen, damit Deine Ver- gebung.unser Antheil werde. Und haben wir menschlich geirrt, und sind von den Pfaden Deines Bundes abgekommen, so zeige ' Du Dich göttlich in Deiner Gnade, und lgß uns nicht zuSchan- den werden. Um willen jenes Frommen s ), der für die Sünders betete, und sprach: ich bin nur Staub und Asche, um sei-^ netwillen tilg' auch unsere Schuld, und Deinem Volke Israel verzeih'")!

Äerzeih' s ), Barmherziger, denen, die ihr Herz im Gebete vor Dir ausgießen; schenke Deine Versöhnung denen, die arm an Werken vor Dir stehen. Und ist unsere Handlungsweise auch un-> .,

Keduscha versucht, mußten aber, des oft harten Stoffes wegen, ״ besonders gegen das Ende, 'etwas freier und paraphrastisch ver-"' fahren.

2) Die Weisen sagen: ״ Durch jede gute Handlung erwirbt sich dev Mensch einen Fürsprecher, durch jede böse Handlung einen An- klüger vor Gott." (Aboth 4, 13.) Denn, wie wir schon früher bemerkt haben, die Handlungen des Menschen selbst sind unwi-, derrufliche Belege seiner Schuld oder Unschuld.

3) Abraham vgl. 1 B. M. 18, 27.

4) 5 B. M. 21, s.

5) Den nächstfolgenden Satz mit dem Schlußworte des vorigen an- zufangen, kommt besonders häufig in den Selichoth, vorzüg- ״ lich bei dem * חטאנו vor. Man wollte dadurch, abgesehen, daß man es.für einen Schmuck der Rede hielt, auch eine äußere Ver-

' bindung des Ganzen, und dadurch die gesteigerte Aufmerksamkeit der Betenden bewirken. > .