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feiner Vernichtung klar zu fühlen? Das kann Dein Weg nicht sein, allgerechter Gott! so kann Deine Weisheit sich nicht wider- sprechen. Der Weise, der sein ganzes Leben der Betrachtung Deiner Herrlichkeit gewidmet hat; .dessen Seche gesättigt ist mit Gedanken von Dir, die Fülle seines Geistes sollte mit dem letzten Alhemzuge dahin sein, dahin, wie Spreu, vom Sturm verweht? Und der Spreu, den der Sturm verweht, der Sturm kann ihn nicht vertilgen; und der Geist Gottes im Menschen, er sollte ver- tilgt werden? Das darfst Du nicht zugeben, Vater des Lichtes, weisheitsvoller Schöpfer! Der Fromme, der sein ganzes Le- den Deinem Dienste weiht; der oft sein Brod in Elend ißt, und Thränen wie Wasser trinkt; der alle Leiden und alle Schmerzen duldsam hinnimmt, und freudig auf Gott hofft, es sollte für ihn kein Tag der Erfüllung kommen? für den treuen Arbeiter kein Tag der Belohnung? So kannst Du nicht verfahren, gütiger, wahrhaftiger Gott; und wer innig an Dich glaubt, wessen Seele treu an Dir hängt, dem ist es klar wie Sonnenlicht, daß der Herr dessen sich annimmt, was Sein ist; daß er seine Frommen nicht der Verwesung Preis giekt; daß nur das, was Staub ist, zum Staube zurück, was aber vom Geiste kam, wieder zurückkeh- ren werde in das Reich deS.Geistes.

Der Leib des Menschen, feine irdische Natur, ist der Sitz al- ler seiner Gebrechen und Mangel, der Reizungen zur Sünde, des Kampfes wider das göttliche Gesetz; in dem Geiste aber, der aus Gott kam, ist der Sitz aller menschlichen Vorzüge des Antriebs zur Tugend, des Eifers'für Gott und seinen heiligen Willen. Ein Kampf besteht nun im' Menschen zwischen dem Leib' und der Seele, Siegt die Seele, so sorgt sie für sich und für den Leib; sie heiliget ihn und bewahret ihn, und bis zum höchsten Alter wird er blühen. Der Leib aber, die sinnliche Natur, wenn Herr wird, so richtet er sich und die Seele zu Grunde; wie ein unge- zahmtes Thier überspringt-er alle Schranken, und stürzt sich und die Seele in das größte Verderben. Je alter aber dieser Kämpfer wird, desto mehr schwindet seine Kraft, und mit dem Tobe sinket er ganz dahin. Ueber seinen Trümmern erhebt sich der Geist Gottes, um zu seiner Heimalh zurückzukehren, um Rechenschaft abzulegen, wie er i>ic'ihm verliehene Kraft benützt, und wie er seinen Herrn auf Erden vertreten habe. Da empfahen die Schwa- chcn neue Kraft und wandeln unermüdlich vor Gott. Da fallt die Binde vom Auge deS Weisen, und er schauet Dinge, welche