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liebenden Seelen gefunden. Als aber die Eltern des geheimen Verständnisses inne wurden, hatten sie „Herrn Treulieb" mit hochfahrsnden Verwünschungen entlassen und jeglichem Verkehr mit ihrer Tochter Schloß und Riegel vorgelegt. Um so üppiger sproßte in der stillen Einsamkeit, zu welcher sich Elisabeth verbannte, die Pflanze der Liebe empor. Stattliche Bewerber kamen. Sie wurden zurückgewiesen. Die Eltern drängten und zürnten. Elisabeth blieb ihrem Herzen treu. Die sronrme Schwärmerei, die aus ihren blauen Augen strahlte, wuchs zur düsteren Schwermuth, und eine geisterhafte Blässe verklärte die zarte Gestalt. Die Wurzelsasern ihres Lebens schienen zernagt.
Nach Jahr und Tag starb die Mutter. Rät ihr wurde „des Lebens Herrlichkeit" 'und ihr ungemessener Stolz in's Grab gelegt. Elisabeth benetzte es mit aufrichtigen Thränen. Sie hatte nun einen doppelten Schmerz, den sie mit treuer Zärtlichkeit pflegte. Ihre Sehnsucht theilte sich zwischen Erde und Himmel. Der Vater sah mit unverhehltem Kummer, wie die einzige Tochter immer sichtlicher dahin welkte. Die Aerzte hatten ihre Kunst erschöpft. Was sollte er thun?
Da las er in der Zeitung, daß der Candidat der Theologie, Heinrich Treulieb, zum Pfarrer in Lichtenborn befördert worden. Ein glücklicher Gedanke durchzuckte ihn. Der alte Groll, den seine Gemahlin stets von Neuem angeschürt, war längst vergessen. Treulieb's^ ehrenhafter Charakter und seine wissenschaftliche Tüchtigkeit erfreuten sich der allgemeinsten Anerkennung. Warum sollte er noch länger zwischen ein Bündniß treten, das die Herzen unlösbar geschlossen? Wenn im stillen Pfarrhause zu Lichtenborn sein Kind zu neuem Leben erblühte, was wollte er mehr?
Und siehe! als Elisabeth ihren dreiundzwanzigsten Geburtstag feierte, gab er ihr zum Angebinde jenes Zeitungsblatt und hatte scherzend daneben geschrieben: Derselbige empfiehlt sich als
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