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Vierter Abend.

das ganze Land. Ich hätte meinen Bräutigams-Ring wohl auch her­gegeben, wenn er nur mehr als fünf Dreier werth gewesen wäre. Lieber Gott, unser Einer ging in' Ehestand ohne Ring, hielt aber den Ehestand für einen Ring. Ja, wer damals Gold hatte, gab Gold; wer Silber, gab Silber; und wer keines von Beiden, je nun der gab Blut.

Bravo, Kamerad! so war's, so möcht's auch bleiben. Das Volk unsrer Enkel könnte dann sagen: komm her Feind, wollen dich schla­gen! Aber leset nur weiter, Kamerad, auf dem Blatte von Anno Dreizehn steht noch mehr...

Also heißt's hier noch:Folgen unserm Beispiel Mehrere und wer wird uns in Beweisen der Treue und Liebe für König und Vaterland nachstehen wollen dann wird durch Ablieferung derTrau- ringe auf eine leichte Art bald eine bedeutende Summe zusammenge- bracht sein. Die Bereitwilligkeit der hiesigen Einwohner, mit welcher sie ihre Trauringe abgeliefert haben, verdient um so mehr eine öffent- liche Erwähnung, als von ihnen schon sehr Viel geleistet worden ist, und überdieß war es meine Pflicht, den Empfang der vorstehenden Sachen, und deren weitere Beförderung öffentlich anzuzeigen:

Als Sinnbild reichen wir den Ring der Treue hin

So muß ein festes Band dich, Vaterland! umschließen;

Ein Ring der Treue, alter Rittersinn,

Dann wird der Frevler seinen Frevel büßen.

Denn über alles Gold geht Freiheit doch,

Drum werd' es Stahl und sprenge Sklavenjoch! Swinemünde, am sechsten April Anno Dreizehn/" Und drun­ter steht:Kirstein, Stadtrichter."

Herr Werner! die Schrift giebt uns ein gültig Zeugniß unsrer gült'gen Zeit. Nun wird mir's klar, wir haben nicht umsonst gelebt, gelitten und gestritten vielleicht für ein Geschlecht, das unsre Asche noch in seinem Herzen trägt. Drei Sterne stehen auch, so recht bedeutungs­voll hier unter dieser Schrift, ich will sie deuten, wie sie wirklich auf­gegangen sind: der Glaube, nächst der Liebe und die Hoffnung.