Anno Dreizehn und Fünfzehn.
69
Ja wohl, die Hoffnung, Vater Braun! ein schöner Stern. Wenn Alles altert, bricht und stürzt, und wir dann auch zerbroch'nen Scherben gleichen, dann leuchte du uns, Licht der Hoffnung, auf die rechte Stelle, wo die Posaune alle Völker ruft zu einem Bunde. Dann werden Ringe von ganz anderem Metall die lohnen, die den Ring der Zeit erkannt, und ihn getreulich ausgehalten haben. O ja, ich freue mich auf jenen großen Generalmarsch aller Völker durcheinander — durch den großen Welten ring. Noch müßt Ihr mir ein Stücklein weiter lesen unter unfern Sternen...
Wahrhaftig, ja! hier steht noch mehr: — „Berliner! Eure „gute Nachbarn, die Spandauer, haben, um Euch Rübe, Sicher- „heit und freien Handel auf den Flüssen zu verschaffen, alles Elend des „ Krieges ertragen müssen. Eure Menschenliebe und Wohlthätigkeit sind „bekannt, und eine Aufforderung dazu von mir, wird Euch um so eher „zu Herzen gehen, da ich mit Wehmuth auf die Trümmer dieser gu- „ten Stadt blicke. Das Vertrauen auf Eure Hülfe, und der Gedanke, „daß man zum allgemeinen Wohl, auch sein eigenes Haus, oder das „Haus seines Freundes anzünden müsse, kann mir allein dabei einigen „Trost gewahren. Der Prediger Hornburg in Spandau, und der „Probst Han st ein in Berlin, werden Eure milden Beitrage in Em- „pfang nehmen, und die gewissenhafte Vertheilung derselben Euch öf- „fentlich bekannt machen." — Darunter steht ein bekannter Name eines treuen Dieners unsers Königs, der Generalmajor „von Thümen."
Ja, manche Stelle unsers Vaterlandes hat der Brand des Krieges tief befleckt; auch diese, wo wir eben sitzen. Es hat sich nach und nach denn doch der Schutt in neue, schön're'Häuser umgewandelt; — Gott geb's, daß sie hinführo fröhlich fteh'n um fröhliche Bewohner, die nie den Krieg gekannt.
Die a'lt'ste Leidenschaft der Männer, mein lieber, alter Braun, war doch der Krieg. Ich denke, eben darin liegt die männliche Natur, — die Lust, am Widerstande sich zu erkräftigen. Denn sehe man die Völker an, die mit der Angst der selbstbewußten Schwachheit dem Kriege wo möglich immer aus dem Wege gingen, — was sehen wir bei ihnen? — gewiß kein wahres Menschenglück, durch Manneskrast und

