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lieb gewonnen und ihn fortwährend mit aufmerksamem Auge beobachtet habe. Die Standhaftigkeit, welche der arme Knabe bei seiner großen Armuth bewies, die Beharrlichkeit, mit der er Alles aufbot, sich einen kleinen Verdienst zu verschaffen, um seinen Aeltern nicht zur Last fallen zu müssen; seine Mäßigkeit, die Geduld und Fröhlichkeit, mit der er die Entbehrungen ertrug, die er in seiner hilflosen Lage sich auferlegen mußte; — Alles dies hatte des Grafen Herz gerührt und ihm den armen Knaben mit jedem Tage theurer gemacht. Von dem Augenblicke an, wo Wilhelm den Louisd'or aufopferte, um einer armen Familie hülfreich beizustehen, hatte der Graf den Entschluß gefaßt, ihn kräftig zu unterstützen und ihn sogar an Kindesstatt anzunehmen. Aber erst sollte Wilhelm noch einige Prüfungen überstehen.
„Wacker bestand er sie!" fuhr der Graf fort. „Mit jedem Tage zeigte er sich würdiger der Theilnahme aller guten Menschen. Er war standhaft im Entbehren, die letzten Monate seines Lebens beweisen es. Er war dankbar für empfangene Wohlthaten: das schöne Schloß, das er den Kindern Herrn Wilkens schenkte, spricht dafür. Er war fromm, denn er war mildchätig selbst in seiner Armuth, indem er seine kleinen Ersparnisse denen opferte, die noch ärmer waren, als er. Er verabscheute die Lüge, denn die Verlockungen eines bösen Menschen wies er von sich, wollte lieber Unrecht leiden, als Unrecht thun, und widerstand sogar im Kerker der Versuchung. Er war rechtschaffen, denn er lieferte eine Summe Geldes, die er fand, in sichere Hände aus, obgleich er durch diese Summe seinen Vater aus vermeintlich großer Noch hätte retten können. Ich, liebe Kin-

