Ä §. 1.

Eine schriftliche Unterhaltung mit einem Abwesen­den, welche die Stelle einer mündlichen Unterhaltung vertreten soll, ist ein Brief. Wer einen guten Brief schreiben will, muß folgende Regeln beobachten:

1) Man schreibe sich die Hauptgegenstände der Reihe nach auf, welche der Brief enthalten sott. Ist dieses ge­schehen, dann denke man über jeden einzelnen Gegen­stand genau nach, und schreibe ebenfalls jeden Gedanken wieder einzeln hin. Zst man damit zu Stande, so lese man das Geschriebene mit strenger Prüfung wieder durch. Bald trägt eine veränderte Stellung dieses oder jenes Gedankens, bald die Wahl eines andern Wortes zur schneller« Verständlichkeit sehr viel bei. Man muß sehr geübt seyn, wenn man einen Brief, ohne sich ehevor einen Entwurf davon niedergeschrieben zu haben, absen­den will.

2) Um den Entwurf eines Briefes, den man für sich gemacht hat, zu prüfen, ob man mit ihm zufrieden seyn kann, muß man folgende Forderungen an ihn machen können: Ist erstlich alles darin gehörig geordnet? zwei­tens, ist man auch deutlich und verständlich genug in seinen Ausdrücken gewesen? giebt jedes.Wort den Sinn

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