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Plünderung folgte den Anklagen in allen deutschen Landen.
Vom 8. bis 15. Jahrhundert ist kein nationales Unglück geschehen, in dem man nicht ihre Einwirkung sah. Das alte Bündniß von Herodes und' Pilatus fand nun sein Gericht. Sie sollen Toulouse, Bordeaux und Barcelona an die Sarazenen verrathen haben; ihnen schreibt man die Artilleriekünste zu, welche die Tür- 'ken verstanden. Sie sollen RhoduS verrathen und Schuld am Bauernkrieg gehabt haben. Man sah sie als Todfeinde christlichen Lebens an, von denen man alles zu gewärtigen habe, und die wilden Wuthausbrüche des Volkes, die sie überfielen, setzten diese Ansicht nur in grausame Wirklichkeit um.
Auch der Aberglaube ist zu einer Waffe des Gerichts gegen die Juden geworden. Nicht blos ihre Geschicklichkeit. auch die abergläubische Meinung hatte sie frühzeitig zu beliebten Aerzten gemacht. Fürsten und Päpste überschritten die kanonischen Satzungen, welche Juden als Aerzte zu gebrauchen verboten. Aber dieser Brauch wurde für die Juden zu großem Unheil. Abergläubisches Vertrauen weckt auch abergläubisches Mißtrauen. In allen Landen werden sie des Königs- und Fürstenmordes beschuldigt. Die letzte Verfolgung, die sie in Berlin 1573 erlitten, geschah in Folge des ProcesseS gegen Lippold, den Juden, der als Giftkoch und Zauberer, als solcher er sich dem Teufel ergeben, geviertheilt wurde.
7.
Die Kammerknechtschaft im römischen Reich.
Erst in der Zeit und Folge der Kreuzzüge sind Me Juden in eine Knechtschaft gefallen, wie sie nie ein Volk erlebt, sie waren einer Gesetz- und Wehrlosigkeit preisgegeben, wie sie Unterworfene niemals getroffen. Nur sie — kein anderes Volk — nur sic, denen eS verkündet war, haben während mehrerer Jahrhunderte an

