Sechstes Kapitel. 47
derntheils mit dem Quadrate der Stromstärke zu. Läßt man einen hinreichend starken Strom durch einen Metalldraht von verhältnißmäßig großem Widerstande hindurchgehen, so wird derselbe zum Glühen gebracht, und zwar zeigt ein und derselbe f Draht bei gleicher Stromstärke auch stets dieselbe Glüherscheinung, welche Länge er auch haben mag.
73. Welche Anwendung hat man von dem Drahtglühen durch den galvanischen Strom gemacht?
Das Erglühen eines Metalldrahtes durch den galvanischen Strom kann man mit Vortheil zum Felsensprengen benutzen, indem man in die Patrone einen dünnen, in einen Schließungsdraht eingeschalteten Draht einbringt, welchen man durch Schluß der Kette in beliebiger Entfernung zum Glühen bringen und somit das Pulver schnell und sicher entzünden kann. Die Zuleitungsdrähte müssen einzeln mit einer isolirenden Masse überzogen sein, insbesondere beim Sprengen unter Wasser.' Das Entzünden des Pulvers mittels des galvanischen Stromes hat namentlich da Vortheil, wo große Massen zu sprengen sind, weil eine Anzahl kleinerer Bohrlöcher, wenn sie genau gleichzeitig entzündet werden können, dieselbe Wirkung Hervorbringen, wie eine große Mine. Das.gleichzeitige Entzünden mehrerer Bohrlöcher kann aber nur mittels Elektricität geschehen, wenn man alle Bohrlöcher in den Schließungsbogen einer Batterie bringt.
Sechstes JKapttcf.
Anwendung des Galvanismus auf die Telegraphie.
74. Wie ist der galvanische Telegraph von Söm- mering construirt?
Nach Entdeckung der galvanischen Elektricität war Sömme- ring im Jahre 1808 der Erste, welcher mit Benutzung der Volta'- schen Säule einen Telegraphenapparat construirte, indem er die Zerfttzung des Wassers durch den galvanischen Strom zum Zeichengeben benutzte. Er hatte ebensoviel Leitungsdrähte wie

