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4. Auch den geschlechtslosen Dingen ist, je nachdem die lebhafte Ein­bildungskraft des sinnlichen Naturmenschen sie als männlich oder weiblich auffaßte, nicht das reine Sprachgeschlecht, (ueutruiu, säch­lich), sondern mit dem Artikelder" oderdie" ein natürliches Geschlecht zugetheilt, oft recht willkürlich, jedenfalls nicht nach noth- wendigen Gesetzen und Regeln. Dem Franzosen ist Mond weiblich und Sonne männlich, dem Deutschen Sonne weiblich und Blond männlich.

5. Auch die äußere Gestalt des Wortes, seine Endung, hat oft auf das sprachliche Geschlecht eingewirkt.

6. Das sprachliche Geschlecht der deutschen Substantive richtet sich also theils nach der Bedeutung, theils nach der Endung.

A. Der Bedeutung nach sind

männlich: männliche Personen (Thiere), Jahreszeiten, Monate, Tage, Weltgegenden, Winde; ausgenommen:

Die Mannsperson, das Frühjahr und alle Diminutive.

weiblich: weibliche Personen und die meisten Flüffe, ausgenommen:

Das Weib, das Mädchen, das Frauenzimmer, das Fräulein, der Rhein, der Main, der Po u. a. m.

sächlich: die meisten Stoff- und Sammelnamen, besonders Metalle,

Länder und Oerter, viele Abstracta; ausgenommen: der Stahl, der Kobalt, die Platina, die Schweiz, die Pfalz, die Krim, die Mark, die Türkei, die Lausitz, und die mit au und gau zusammen­gesetzten.

B. Der Endung nach sind

männlich: die meisten einsilbigen Stämme (Aufg. 49) und die mittels der Endsilben el, er, en, iug, ling, and, ich, rich abgeleiteten Sproßformen der Mehrzahl nach, jedoch mit Ausnahmen: die Achsel, Angel, Amsel, Dattel, Deichsel, Gabel, Hechel, Kugel, Raspel, Klingel, Windel, Bibel, Fibel, Fabel, Formel, Insel, Regel;

das Bündel, Mittel, Segel, Siegel, Wiesel, Exempel, Orakel, Capitel; die Ader, Ammer, Aster, Blatter, Butter, Dauer, Elster. Faser, Feder, Folter, Kammer, Kelter, Klammer, Leber, Schulter, Wimper;

das Alter, Fenster, Feuer, Fieber, Futter, Leder, Messer, Muster, Pflaster, Wetter, Wunder, Zimmer;

das Becken, Kissen, Laken, Lehen, Leben, Wappen, Zeichen, Gewissen.

weiblich: eine Anzahl Stämme auf t, st, de, e (Aufg. 50) und die Sproßformen auf in, e, heit, keit, ei, schüft, ath, uth, ung; mit Ausnahme von:

der Dunst, Dienst, Durst, Frost, Gewinnst, Wulst; Verlust;

das Gespinnst; Gesicht;

der Käse, Asse, Falke, Rabe, Hase, Bote;

das Auge, Ende, Erbe;

der (auch die) Zierath; der Hornung; das Petschaft.

sächlich: alle Diminutive auf chen und lein; die meisten. Sproßformen

auf sel, sal, thum. niß , icht , und die Sammelnamen und Abstracta mit der Vorsilbe Ge; mit Ausnahmen:

Der Stöpsel; die Drangsal, Mühsal, Trübsal; der Jrrthum, Reich­thum; die Bedrängniß, Befugnitz, Besorgnitz, Bekümmernitz, Bewandtnitz, Erkenntnitz (die und das), Erlaubnitz, Ersparnitz, Fäulniß, Finsternitz, Kenntnitz, Trocknitz, Verdammnitz, Verderbnitz, Versäumnitz, Wildnitz.

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