Wie Gottesfurcht.
Die Gottesfurcht ist der Anfang aller Weisheit.
Viele Menschen verwechseln die Gottesfurcht mit einer Empfindung, die man eher Angst vor Gott nennen dürfte. Das ist nicht die heilsame von der Religion uns vorgeschriebene Richtung unsers Ge- müthes.
Von der Gottesfurcht wird vor Allem die Scheu in uns erzeugt, Gott zu beleidigen und Zhm zu mißfallen. Sie macht uns hauptsächlich besorgt, der ewigen Belohnungen unwerth zu seyn, wahrend von der andern bloß Zittern vor den Strafen erregt wird. Von der heiligen Furcht wird die Liebe nicht ausgeschlossen; aber was uns mit Entsetzen erfüllt, das können wir nicht lieben. Die Angst ist eine knechtische, die Furcht eine kindliche, Empfindung. Die Furcht in unserm Herzen muß in der Anschauung der Vollkommenheiten Gottes und in der Erkenntniß Seiner Gerechtigkeit wurzeln. Dieser Gerechtigkeit muß genügt werden; denn Gott ist die Gerechtigkeit selbst. Vernunft und Glaube sagen uns, das Böse müsse gesühnt werden. Wie viele Gründe zur Furcht in dem Dösen, das wir gethan!
Jesus Christus ist das für alle unsere Schulden dargebrachte Sühnopfer. Göttlich erhabenes Geheim- niß! — Folgen wir Zhm nach, nehmen wir das bittre von der Vorsehung uns auferlegte Kreuz willig auf uns, als Mittel zur Abbüßung so vielfältig wie-

