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besitzen, fehlt aber die Stärke, so hat man nichts. Dem Schwachen wird AlleB> zur Klippe; er schämt sich seiner Fehler, er beweint und bereut sie, um sie von Neuem zu begehen. Der Mangel an Kraft ist eine der großen Gefahren später Bekehrungen. Alter, vieljähriger Kummer, Gewohnheiten eines ungeregelten Lebens stumpfen die Kraft ab. So lange hat man sie schlummern lassen; daher versagt sie den Dienst im Augenblicke der Noth.
Lasset uns den Gedanken an Gott und an die Nothwendigkeit, Seinen Geboten nachzuleben, stets festhalten. Er wird uns zu Hülfe kommen; Er wird uns aufrecht erhalten. — Denn unsre Stärke kömmt von Ihm, wie Alles, was wir Gutes haben. Das einzige Mittel, die Starke zu nähren, ist die Wachsamkeit. Wenn wir Gott nie aus den Augen lassen, dann werden die Versuchungen unsre Kraft nicht übersteigen; entfernen wir uns aber von Ihm, so werden sie uns überraschen wie den Samson, schlafend in Delila's Armen. —
Warum verläßt uns die Kraft so häufig auf der Bahn der Frömmigkeit? Weil uns der Glaube fehlt. Wäre unser Glaube lebendig, unerschütterlich, so wäre es auch unsre Kraft, die auf ihm ruht. Alle christliche Tugenden stehen unter sich im engsten Verbände, durch ein göttlich erhabenes Gesetz in einander greifend, wie die Glieder einer und derselben Kette. Lasset uns einen dieser Ringe erfassen; eine Tugend wird uns zur andern hinleiten und so, uns zu ihrem

