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-es Beleidigten zugleich; der einzige Trost für jene Seelenleiden, bei welchen das uns zugefügte Böse gleichsam nur eine untergeordnete Stelle einnimmt. Dann erst haben unsere Leiden den höchsten Punct erreicht, wenn das Unrecht Derjenigen, die wir lieben, keinen Entschuldigungsgrund zulaßt. Aber darin liegt er: „sie wissen nicht, was sie thun." Sie haben unbewußt unser Herz zerrissen; sie waren verblendet, ihre Augen geschlossen, unser eignes Leid ist Bürge ihrer Unwissenheit — denn Mitleiden ist dem Herzen des Menschen angeboren. Großes Unrecht entsteht immer aus großer Verblendung. Sollte es denkbar seyn, daß Menschen jenen herzzerreißenden Schmerz, der uns tausendmal vor dem Tode sterben läßt, freiwillig und mit kaltem Blute über uns verhängen könnten? — Wie können wir es glauben, daß sie ein Herz brechen wollten, welches vielleicht Jahre lang sie geliebt, entschuldigt, angebetet, zum Abgotte sie gemacht hätte? — Denn Das ist das Wesen des Undankes, dieser Quelle unserer bittersten Erdenleiden: das Gefühl, dessen Gegenstand man ist, zu verkennen, weil das eigne Herz es zu erwiedern und in sich hervorzurufen unfähig ist. In diesem Unvermögen, in dieser Unwissenheit, liegt Entschuldigung. Denjenigen Liebe geben, die keine Liebe fühlen, ist gleich dem Blinden das Gesicht und dem Tauben das Gehör geben wollen.
Vergib ihnen, o mein Gott! Sie wissen nicht, was sie thun. Vergib ihnen und verleih mir die Gnade,

