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Gemüth, daß das Erste, was er kennen ler'ite, daS Gebet war.

Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang (Sirach 1,16.). Zn dieser Weisheit wurde er erzogen, ohne daß die Eltern etwas Anderes beabstchtigien, als ihre Pflicht zu erfüllen. Denn vor hochblickenden Augen hatte sie Gott bewahrt. Schon im zartesten Knabenalter lernte er von seiner Mutter aus dem Herzen beten, und wenn.der Vater bei Tische das einfache Mahl segnete und andächtig dankte für Speise und Trank, da mochte der Knabe auf unauslöschliche Weise inne werden, daß der Mensch nicht vom Drod allein lebt.

Die Mutter beschäftigte sich, wenn die wirth- fchaftlichen Arbeiten gethan waren, mit Flachs- und Hanfspinnen. Dabei durfte der kleine Michael nicht fehlen, dem sio gern während der Arbeit Etwas erzählte. Nicht Hexen- und Geistergeschichten, nicht Mährchen von Rübezahl oder von Rothkäppchen, nicht Erzählungen von Ländern, wo das Gold auf den Bäumen wächst und diamantene Schlösser in der Luft prangen, hörte er da; denn nur in der heiligen Ge­schichte war die fromme Mutter bewandert. So hörte er denn von dem Paradiese und von dem Baume des Lebens in demselben, von der Vertreibung aus dem Paradiese und von dem Cherub, der mit flam­mendem Schwerd es hütet; von den Patriarchen, welche den rechten Glauben und das rechte Gebet be­wahrten; von MoseS, dem Manne Gottes, der mit Gott redete, wie wenn ein Mann mit seinem Freunde