Heil zu führen. So der Autor, von welchem hier die Rede ist. Darum sind es nicht bloß größere Gebiete der Theologie und Philosophie, über welche sich seine schriftstellerische Thätigkeit verbreitet; bald ist es das erbauungsbedürftige christliche Volk, bald der künftige Seelsorger, bald der Erzieher, bald der Kranke und Leidende, dem er sich mit ganzer Seele widmet. Eben diese Vielseitigkeit seiner literarischen Bestrebungen macht die sämmtlichen Werke zu einem allzeit brauchbaren Schatz; und ist bei der mancherlei Gattung, die er umfaßt, auch einiges mehr auf der Oberfläche sich Haltende als in die Tiefe Gehende, so wird man doch nirgends durch Gemeines und völlig- Leeres beleidigt. Ich erinnere mich, irgendwo in Göthes Schriften ein Lob auf die Gabe, sich zu verbreiten, gelesen zu haben. Diese Gabe ist unserm Autor- reichlich zugemessen gewesen; er arbeitet überall in die Breite, ohne deßwegen flach und seicht zu seyn; und wenn er auch bisweilen den Leser ermüdet, so entschä^ digt er ihn gewiß sogleich wieder durch einen geistreichen Gedanken, durch eine glückliche Wendung. Dabei ist seine Rede wie sein Sinn: treu und wahr, nicht berechnet auf Täuschung oder Mißbrauch. „Jch- könnte dich auch so gut täuschen als Andere dich täuschen und mit glänzenden Worten täuschen," redet er einmal den Leser an; „aber sieh, du bist mir zu lieb und ich mir nicht gering genug, als daß ich mich mißbrauchen sollte." Redlichkeit — welch eine achtbare Eigenschaft in einer Zeit, wo das „Genie der Lüge" sein dämonisches Wesen treibt!

