L. Kirchenstaat. (Pas neuest, russische Schisma.) Das bekanntlich sehr gut unterrichtete Pariser Journal, l'UniverS" theilt folgende Details, welche man zu Rom durch den CanonicuS Lukowicz aus Wieliz erhalten, mit über die Wege, die in Rußland eingeschlagen wurden, um die unirten Griechen in das Schisma hinüberzuziehen. Die ersten Versuche waren nicht auffallend und schienen ziemlich unbedeutend; so betete man z. B. in den Kirchen nach russischem Ritus für den Kaiser und seine Familie; dann bemühte man sich, das Geläute durch bloßes Anschlä­gen an eine Wand der Glocke einzuführen. Im I. 1833 sandte man den Gouverneur Schröder, einen an eine Mos- kovitin, Namens Poltoratzka, verheirateten Protestanten, den Sovietnik Horodetzki, den Archirej von Polozk Sma­ragde und den Protopopen Paul von Mieliz, um ein neues und ernstes System der Conversion zu beginnen. Im Jahre 1833 und 34 verheerte eine Hungersnot Weißruß­land. Die schismatischen Popen, daS Elend der Landleute benützend, gewannen von Einigen die Zustimmung zum Schisma durch die lockende Versprechung, ihnen ein halbes Maaß Getreide monatlich zu schenken. Eine unter dem Zeichen von vrei kleinen Kreuzen in Gegenwart des Diaks abgenöthigte Unterschrift legte nur dem Unterzeichner eine Verbindlichkeit auf, ohne dem Popen die Erfüllung seiner Versprechungen aufzuerlegen, und wenn der Bauer sich durch die Nichthaltung des Versprechens des Popen gleich­falls von feiner Verbindlichkeit entbunden glaubte, so be-