Ad quartum respondit:
Ich sage: es ist die öffentliche und notorische Stimme, daß ihn seine Eltern in das Collegium nach Annecy geschickt, wo er bald seinen Mitschülern Achtung abgedrungen. Herr von Sales (der Canonicus Ludwig von Sales, der dem Heiligen in der Würde eines Probstes nachfolgte) Probst der Kathedrale von Genf, ein Mann von musterhaftem Lebenswandel und großer Gelehrsamkeit, har mir gesagt, die bloße Anwesenheit unser- Seligen habe hingereicht, die andern Schüler in Respekt zu halten, denn schon damals besaß er jenen Ernst und würdige Haltung und das verständige und demüthige Benehmen, die ihn sein Lebenlang ausgezeichnet. Er ertrug mit Geduld undSanft- muth die muthwilligen Launen seiner Mitschüler; er war so mitleidig gegen ste, daß er oft, wenn sie ihrer Fehler wegen gestraft werden sollten, sich erbot, die Strafe für sie zu leiden. Wenn sich aber die Andern Abends draußen Herumtrieben/ blieb er zu Hause und bat die Dame, bei der er in der Kost war, sich aus dem Leben der Heiligen etwas vorlesen zu lassen, indem er ihr sagte: „Meine Tante, ich habe Zhnen etwas Gutes vorzulesen."
Dieser selige Prälat hat mir gesagt: Gott habe ihn von seiner Zugend an gelehrt, auf seine göttliche Vorsehung vertrauen.
Er sagte mir auch, daß ihn seine verehrlichen Eltern, als er heranwuchs unter der Führung seines Lehrmeisters, Herrn Deage, eines Priesters von großer Gelehrsamkeit und gutem Wandel, nach Paris geschickt.

