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Predigt nie deßhalb zu unterlassen, wenn er gleich wenig Zuhörer hätte.

Er blieb drei volle Jahre auf diesem Posten mit großer Gefahr seines Lebens, wie sich leicht denken läßt, wenn man die Stimmung dieses ketzerischen Vol­kes erwägt, das oft, wenn es eine andere Lehre als die seinige verkünden hörte, bis zur Empörung erbit­tert wurde, wie es mich eine glaubwürdige Person, die Augenzeuge gewesen, versichert hat. Dieselbe Person hat mir auch gesagt, daß eines Tages der Pater Esprit, ein Kapuziner, auf der Durchreise in Thonon die Predigt der Irrgläubigen hörte, und am Schlüsse derselben den Prädikanten in Gegenwart unsers Se­ligen so angriff, daß Mehrere Steine aufhuben, um ihn zu steinigen. Die selige Frau von Vallon, eine der verständigsten Frauen, war dabei, und versicherte seitdem oft, die Gegenwart dieses Seligen habe den Aufruhr allein gestillt, denn sein liebenswürdiger Anblick milderte die PZuth der Ketzer. Er hatte für- wahr ein so sanftes und friedsames Antlitz, das ganz dazu geeignet war, solchen Eindruck zu machen. Einige Zeit hernach wurde diese Frau von Vallon bekehrt, und zwar so gründlich, daß sie sogar die geistliche Tochter des Seligen wurde, der sie zu großer Vollkommenheit anleitete, so daß sie sehr heiligmäßig lebte, und einige Jahre darauf eben so starb.

Die Gefahren, Mühseligkeiten und Beschwerden, die unser Selige diese drei Jahre über, welche er an der Bekehrung dieses Volkes auf eigene Unkosten meist allein, zuweilen, wiewohl selten, unterstützt, von dem