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Freitage und an den Vorabenden der Frauentage einige Jahre über gefastet, und ich glaube, er unterlief; diesen Gebrauch nur aus Nückstcht auf sein Hausgesinde; oft aber, das weiß ich, hielt er Abends Abstinenz.
Die größte Abtödtung, die er übte, bestand aber in der allgemeinen Gleichgültigkeit gegen alle Speisen; es war ihm immer alles recht, und nie beklagte er sich im Geringsten über etwas.
Es ist ganz gewiß, und ich weiß es, daß er wenig oder gar nicht Acht darauf gab, was er aß. Einmal standen an der Tafel seiner Frau Mutter gesottene Eier vor ihm, man bemerkte aber, daß er sie gar- nicht aß, sondern sein Brod in das Wasser tunkte, da wo sie standen.
Ein andermal ging es ihm so mit frischer Butter. Er aß lange Brod, das er in Wasser tunkte, welches neben der Butter stand.
Oft schärfte er unserm Orden ein, daß wir das heilige Wort unsers Herrn, das er seinen Jüngern gesagt, in hohen Ehren halten sollten: Eßet, was euch vor gesetzt wird. *) Er sagte, die wahre Befolgung dieser Lehre bestünde darin, alles ohne Unterschied, ohne irgend zu wählen, zu genießen; daß diese Art zu essen die beste sey, daß wir durch dieses Mittel vor der Welt nicht in Ansehen kämen, des Abbruchs halber, dm wir uns auferlegen, es aber doch in der Thal kein geringer Abbruch sey, sei-
*) Lucas 10. V. 8.

