Oberconfistorialrath Stirm, der in seiner Apologie des Christenthums seine katholischen Mitbürger Fetischanbeter nennt; nichts zu sagen von Ob. Cons. Rath und Hofprc- diger Grüneisen, der in seiner neuesten Schrift uns Pon tificios, papistas nennen darf. So haben wir denn die Fortsetzung der gegen Möhler und Hirscher beschlossenen Entlassungen; und während protestantische Lehrer der Geschichte (Haug in Tübingen) allem Spott gegen die katholische Kirche freien Lauf lassen, und protestantische Studierende den katholischen Mithörern ins Gesicht lachen durften; wird der Beifall katholischer Studierenden gegen ihren katholischen Lehrer mit Entlassung u. s. w. gestraft. — Man sagt, der katholische Adel des Landes wolle gegen eine so systematische Ausrottung des katholischen Geistes Schritte thun. Es wäre zu wünschen; denn von der Geistlichkeit ist wenig zu hoffen. Die Decane der Landcapitel sind fast durchaus solche Geistliche, welche unbedingt das Staatsrecht dem Kirchenrecht vorziehen, und da die Wahl derselben der Geistlichkeit längst abgenommen und die Ernennung durch die Negierung auszeübt wird, so wird schon bei dieser Ernennung Alles ausgeschieden, was rein kirchliche und kräftige Gesinnung vermuthen lassen kann. Die übrigen Geistlichen aber stehen zu sehr vereinzelt, und haben den Kampf des Staates mit der Kirche in so unmittelbarer Nähe, daß sie auf Theiluahme an dem großen und entfernter« nicht denken können. Wenn Pfarrer Pflanz mit seinen Bauern, welche der Schulmeister aufgereizt hat, ihm den Zehnten zu verweigern, sich um die Subsistenzmittel seiner Stelle herumschlagen muß: so läßt sich schließen, was orthodoxe und kirchlichgesinnte Geistliche zu schaffen erhalten. Um auch in den übrigen Sittenzustand unseres katholischen Volkes einen Blick zu tbun, so verneh-

