Er denselben mit vieler Demuth die Füsse und trock­nete sie dann sorgfältig ab; der Apostel Füsse aber waren sehr ekelerregend, da sie barfuß, und'selbigen Tag weit gegangen waren. Welch eine Erniedri­gung, meine Schwester! der König der Könige, der Herr der Heerschaaren, der Schöpfer aller Dinge knieet mit entblößtem Haupte vor einem armen Ge­schöpfe, und wäscht demselben die Füße; Derjenige, welchen die seligen Geister und der ganze himmlische Hof in tiefer Anbetung verehret, beugt sich nieder bis zur Erde vor seinem Schüler und Diener. O liebreicher Jesus, woher kömmt Dir diese Demuth, und warum erniedrigst Du Dich auf eine so auffal­lende Weise? Die Antwort auf diese Frage gab der Erlöser seinen Jüngern, nachdem Er ihnen die Füße gewaschen hatte: Wisset, sprach Er, warum ich so gehandelt; es ist, auf daß ich euch ein Bei­spiel der Demuth gebe, und gleichwie ich, den ihr euren Meister und Herrn nennt, euch die Füße ge­waschen, so sollt auch ihr gegenseitig Einer dem An­dern thun. Wer der Größte ist, soll sich als den Geringsten achten. Du wirst auch wahre Liebe erblicken; denn Jesus wusch dem Judas die Füße, wie den übrigen Jüngern, um uns zu zeigen, daß wir, aus Liebe zu Ihm, unsere Feinde lieben, und wenn sie es bedürfen, denselben mit Lust in Dienst- sertigkcit/Hilfeleistung und Unterstützung entgegen- kommen sollen. Auch eine süße Erquickung bie­tet sich dir dar; denn, nachdem der Herr den Apo­steln die Füße gewaschen, setzte Er das heiligste Al-