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oder auf dem Wege gehen, wenn wir uns niederlegen, und wenn wir aufstehen."
Mit dieser feierlichen Protestation gegen den Unglauben seiner Zeit schließen wir die Erinnerung an Claudius, diesen evangelischen Mann. Nur wohl- thuend kann diese Erinnerung seyn in einer Zeit, der es an dem so sehr gebricht, was er in reichem Maße hatte: an jenem gründlichen Ernst, der mit der reinsten Heiterkeit gepaart zu seyn pflegt. Dieser dem herrschenden Unglauben und jedem irreligiösen Wahne zürnende Bote Gottes ist derselbe, dessen Rheinwein- lied lange Zeit jedes deutsche Mahl verherrlichte, und er selbst that, was er vom Monde sang: "Er guckt von Oben in die Schaale, und thut den Segen 'nein." Er konnte nicht, wie viele um ihn her, nur "die Trebern Wiederkäuen," nicht der Sophisten - Weisheit des Unglaubens fröhnen. Die innere Herrlichkeit des eigenen Genius trieb ihn zur Quelle einer Weisheit, die im Verborgenen liegt, und nicht mit der Lust dieser Welt verrinnt. Aus ihr hat er den Labetrunk empfangen, der den Durst für immer stillt, und darum konnte er, wiewohl er sich nicht vermaß ein starker Geist zu seyn, getrost dem Freunde Hain die Hand reichen, dem alten Ruprecht Pförtner, der ihm denn auch nicht hart gefallen, als er kam, seinen Schmachtriemen aufzulösen. Friede Gottes weht um seinen Grabstein, denn "wie ein milder Stern aus bessern Welten" hat er Tausenden geleuchtet, die sich, gleich ihm, nach dem Lichte sehnten, das droben ist beim Vater des Lichts.

