Wenn das Christenthum weiter nichts wäre, als ein klares, allen einleuchtendes Gemachte der Ver­nunft, so wäre es ja keine Religion und kein Glaube; und warum wäre denn gesagt, daß die Welt den Geist des Christenthums nicht sehe und nicht kenne (Joh. 14, 17.), und wie hätte seine Einführung unter den Menschen so viel Widerspruch und Blut kosten können?

Und das, wozu tausend Jahre Zeit nöthig ge­wesen sind, um es allgemein in Europa einzuführen;, wofür die Könige und Fürsten so viel gekämpft und gestritten, und es als das Glück ihrer Länder ange­sehen; wofür unsere Väter und Vorfahren so viel ge­litten, und Lew und Leben gewagt und hingegeben haben, und was wir alle, ein jeder von uns, heilig zu halten und zu bewahren mit Mund und Herz ge­lobt und versprochen haben; was unsere Seelen selig machen kann, das sollten wir uns ohne Schwert­schlag , unter dem Schein der Aufklärung und einer bessern Einsicht, unvermerkt und unter der Hand neh­men und aus den Händen winden lassen? Das sep ferne! Das wolle Gott nicht! Das werden un­sere Könige und Fürsten nicht wollen, das wird keiner wollen, der sich und die Seinen lieb hall

Was aber auch werden mag, Andres, dir und mir soll es Niemand nehmen, weder Schwachheit noch Klugheit, weder Süß noch Sauer. Wir wollen es, nach Moses Rath ,/in unsere Seelen fassen und zum Zeichen auf unsere Hand binden, daß es ein Denkmal vor unfern Augen sep, wir wollen es unfern Kindern lehren und davon reden, wenn wir im Hause sitzen,