20

derselben in Wierland sowohl als in dem benachbarten Jerwen, ja selbst nach den angrenzenden Kirchspielen Livlands merklich gefördert.

In der Jerwschen Propstei sind durch die bisherige Hülfs- bibelgesellschaft zu St. Petri seit dem Jahre 1843, da bereits alle Bauergesindestellen mit Jnventarien-Bibeln versehen waren, noch ehst- nische 12 Bibeln und 86 Neue Testamente theils verkauft, theils verschenkt worden. Sie hat mithin vom 1. Mai 1832 bis zum 1. Mai 1848 überhaupt 463 Bibeln und 294 Neue Testamente, zu­sammen 75? Bücher heiliger Schrift verbreitet, darunter auch 22 Bi­beln und 131 Neue Testamente in deutscher Sprache.

Auch durch die schon im Mai 1821 zn Turgel gegründete Hülfsbibelgesellschaft ist die Bibelsache wesentlich gefördert worden, da sich nach den Zählungen von 1843 bis 1845 dort bereits 191 Bi­beln und 339 Neue Testamente in den Händen der Ehsten fanden. Seitdem sind noch 36 Bibeln und 26 Neue Testamente verkauft, 43 Neue Testamente aber unentgeldlich vertheilt worden. Es sind also schon 227 Bibeln und 407 Neue Testamente, zusammen 634 Bücher heiliger Schrift in Turgel vertheilt. Jetzt liegt im Plane statt wie früher blos die Zinsen des zu 171 Nub. 43 Kop. S. M. angewach­senen Capitals dieser Hülfsbibelgesellschaft, nun auch so weit es erfor­derlich das Capital mit zum Ankauf von Bibeln zu verwenden und solche den Armen unentgeldlich zu verleihen.

Die noch ältere seit dem 15. Februar v. I. erneuerte Hülfs- bibelgesellschast zu St. Marien-Magdalenen in Jerwen feierte am 17. August v. I. ihr erstes Bibelfest zu großer Erbauung der Gemeinde. Die Festpredigt hielt der Prediger von St. Simonis und ließ sich darauf Herr Pastor Mickwitz von St. Marien-Magdalenen in Livland über die Wunder aus, welche das Wort der Gnade in der heil. Schrift im Menschenherzen und durch dasselbe in lebendiger Thal zu bewirken im Stande ist, wobei er es an manchen erhebenden Bei­spielen vornehmlich aus der ueuern Missionsgeschichte nicht fehlen ließ. Die Liturgie hielt der Herr Prediger des Orts. Ergreifend war es zu sehen, schreibt er, w^e mächtig der Herr an diesem schönen Feste an die Herzen seiner Gemeinde klopfte und Einlaß begehrte. Da wurde manches Auge naß, das längst schon das Weinen verlernt hatte, man­ches verhärtete Sünderhecz ward inne, wie so lau und kalt es bisher gegen die theuerste Gabe, das Wort Gottes gewesen, und mancher Ausruf der Buße drang, mancher Seufzer rang sich tief aus der ge­preßten Brust empor zu Dem, der die Herzen nnd Nieren prüft. Auch die reichlichen Beiträge zur Förderung der Bibelsache zeigten,