LDd SRnüun der Scrj-cit 13
aus ungebrannten Backsteinen umgeben, die an der Innenseite aber mit be- baucnen Steinen belegt ist. Geht man durch die zwischen den beiden Tatzen befindliche Thür, so gelangt man in die unterirdischen Gange, welche aus eine lange Strecke in den Felsen gebrochen find, und durch die man fich zuletzt mit den großen Pyramiden in Verbindung gesetzt steht, sodaß also die Sphinr eigentlich die Eingangspforte zu den Pyramiden ist, weshalb es nunmehr auch erklärlich, daß mau von außen keinen Eingang in dieselben zu entdecken vermochte, und daß die vorhandenen Gänge nach außen mit gewaltigen Granit- blöcken verschlofien find, deren Auffindung bei den zwei großen nur ganz besonderen Glücksumftänden zuzuschreiben war.
Weit entfernt von Aegvpten im alten Baktrischen Lande find Reisende riefigen Denkmälern begegnet, aus deren großartigen aber rohen Massen fich nicht erkennen-laßt, aus welcher Zeit fich ihre Entstehung herschreibt. Im heutigen Bamivan nämlich, im indischen Lande der Wunder, befinden fich ein paar der colossalstcn Steinhauerarbeiten der alten Welt,
die Buddha-Felsencolosse.
Die Idee, die Menschengestalt in so staunenswürdigem llebermaßc ans einem Ungeheuern Fclsstücke zu bilden, hat etwas an fich, das unwillkürlich ans Fabelhafte mahnt, an die Riesen der Vorwelt erinnert, die in den Sagen aller Völker eine so bedeutende Rolle spielen. Alcrander Burnes sagt, daß beide Eoloffe als Hochreliefs in der Fronte der Bergwand gegen die Thalseite aus- gearbeitet find; der größte, 120 Fuß hoch und an 70 Fuß breit» steht in einer Nische, die ebenso tief in den Berg hineintritt. Es bestätigt dessen große Zerstümmclung, daß die unteren Glieder durch Kanonenschüsse eingeriffen find, und auch das Geficht über dem Munde ist unkenntlich geworden. Dagegen sind die noch erkennbaren Lippen sehr breit, die Ohren sehr lang herabhängend, wie bei allen Buddha-Figuren. Der Körper ist nicht nackend, sondern mit einer Art Mantel überkleidct, der alle Theile bedeckt, aber au6 einem aufgelegten Gvps-Stuceo besteht; noch bemerkt man viele eingetriebene Holzpftöcke, die unstreitig dazu dienen mochten, diesem Stucco Halt zu geben. Die Figur ist roh ausgemeisclt; beide Hände, die aus dem Gewände hervortreten, find abgebrochen.
Das andere Götzenbild, welches von den Einwohnern des Tbaleö bald der Bruder, bald daS Weib von jenem genannt wird, nach der Buddhisteil Aussage aber als der Schüler von jenem gilt, ist zwar etwas besser erhalten, aber gleichfalls so zerstört, daß Alexander Burnes daraus nichts Genaueres zu ermitteln wußte. Er bemerkt nur, daß dieses zweite Idol etwas besser erhalten sei als jenes erste, aber ebenso drappirt, und daß es etwa 200 Schritte von jenem entfernt in denselben Berg eingehauen sei.
Die vielen quadratischen Löcher zur Seite beider Colosse führen in der

