Ursache, den ewigen Tod zu fürchten, so haben wir vielmehr Grund, in den Verdiensten Jesus das ewige Leben zu hoffen. Wir haben allerdings ge- sündiget und die Hölle verdient, aber unser göttlicher Erlöser ist ja eben gekommen, um unsere Schulden auf sich zu nehmen und dafür mit seinem heiligen Leiden genug zu thun. Mit seinem heiligen Blute löschte Er unser Verdammungsurtheil aus. O wie weit kräftiger spricht für uns das Blut Jesus, um wie viel sicherer erwirbt es uns die Barmherzigkeit Gottes, als das Blut Abels gegen Kain um Rache schreit. —
Streng ist ohne Zweifel die Rechenschaft, die wir dem ewigen Richter, in Bezug auf unsere Sünden, ablegen müssen. Wer ist es aber, der uns richtet? „Der Vater richtet Niemand, sondern hat alles Gericht dem Sohne übergeben." Joh. 5, 22. Also der Sohn Gottes, unser Erlöser, ist der Richter, der, um uns nicht zum ewigen Lode verdammen zu müssen, Sich selbst zum Tode verurteilen ließ, und damit nicht zufrieden, im Himmel fortfährt, unsere Befreiung fortwährend zu bewerkstelligen.
O welch große Geheimnisse der Hoffnung und der Liebe enthaltet das Leiden Jesus und das heilige Sakrament des Altares!— Wer würde es wagen, an diese Geheimnisse zu glauben, wenn uns nicht der Glaube derselben versicherte? Der allmächtige Gott wird Mensch, vergießt all sein Blut und stirbt mit Schmerzen auf dem Kreuzesholze; und warum? ach, Geliebte! um unsere Sündenschuld zu bezahlen,

