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Sokrates
in einem
«spräche Platons.*)
,,-E^u hast doch wohl gehört, daß ich der Sohn einer „Hebamme, der Phänareta, bin? — Ja — Aber „davon hast du wohl nichkö gehört, daß ich mich auf „dieselbe Kunst verstehe? — Nein — So miß es denn «/jetzt; doch daß du mich nicht verrathest.... Ich habe „überall demselben Beruf, wie die .Hebamme, nur mit „dem Unterschiede, daß ich den Gedanken der Seele zur „Geburt helfe, wie jene der Frucht des L-tbes. Das „wichtigste »ähmlich tn meiner Kunst ist dieses, daß ich „genau untersuche, ob der Verstand des Jünglings et» „was Hechtes und Reifes, oder etwas Falsches und „Windigtes gebären wolle. Es geht mir auch gerade „so wie den Hebammen. Ich bin zu unfruchtbar, selbst „Weisheit zu gebären. Und man macht mir mit Recht „den Vorwurf, ich frage nur immer andere und antwor» „te hingegen ihnen auf ihre Fragen nie. Das kommt „nähmitch daher, weil ich selbst an Weisheit leer bin. An- „dcrn beym Denken zur Geburt zu helfen, das hat mir „die Gottheit verliehen; aber selbst zu gebären hat sie „mir versagt. Man muß mich daher gar nicht für einen „W e i se n halten, oder glauben, ich bringe solche Ge» „bürten der Weisheit aus meiner eigenen Seele Hervor.
*) Thextetus.

