stärksten Mauern, die festesten Werke, sie verwan­deln sich in Trümmer, Schutt und Staub unter der vernichten­den Hand der Zeit und des Schiksales.

Bliken wir auf Ruinen, tvie ergaben und majestätisch mö­gen sie vor Jahrhunderten gestanden und hinausgeblikt haben in ferne Lande, und was sind sie nun? Sprechende Beweise ' der Vergänglichkeit! Kaum hält sich noch hie und da ein Stein auf dem andern, und ein Windstoß genügt, so liegt auch der lezte Rest der Mauern, die einst Geschossen widerstanden, in Schutt und

Staub, den die Lüfte zerstreuen.-

Gleiches Schiksal hat der Mensch. Sei er nun groß und mächtig, und bewohne er Pallaste, oder sei er klein und unbedeu­tend in ärmlicher Hütte, gleiches Los haben Beide, und es bleibt vom Helden wie vom Feigen, vom Reichen wie vom Ar­men , vom Herrn wie vom Sklaven Nichts, als ein Häuflein Asche! Nur große Thaten, erhabene Tugenden, gute, edle Handlungen sind die Blumen, die nie welken in dem Blätterkranze der Geschichte; sie sind die BlümchenVergißmeinnicht" an den Ufern des menschlichen Lebensflußes, die nie auszurotten sind, und vom Thau der Erinnerung ewig bestehen. Diese Erinnerung für Großes und Erhabenes erbt sich fort von Generazion zu Ge­nerazion, von Geschlecht zu Geschlecht, nie erstirbt sie; die bloße Erwähnung des Namens eines großen Mannes genügt, um daß alle Thaten so frisch sich vor die Seele spiegeln, als wären sie eben jezt vollbracht worden. Und wessen Herz pocht da nicht lauter bei solcher Erinnerung, wessen Brust hebt sich da nicht höher? Solche Achtung und ehrende Erinnerung wurde auch jenem großen Manne zu Theil, jenem Helden der Helden, über dessen Leiche vor wenigen Stunden das kühle Grab sich schloß.

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