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Leben und Schicksale

daher an feinen ersten Wohlthäter und Lehker, dem Herrn Pfarrer zu Birnfeld, Johann Adam Keßler, und seiner Gütigkeit verdanke ich folgende wörtliche Nach- - richten über Bauerschuberts Kindheit.

Der nun verewigte Kapellan, Joseph Bauer­schubert, ist den 15fen November 1766 hier zu Birn­feld geboren. Sein Vater, ein Mitnachbar daselbst, hieß Hans Jörg Bauerschubert, war ein Steinmetz, und feine wenigen mit Schulden belasteten Güter nähr­ten ihn ganz kümmerlich. Die noch lebende Mutter des Seligen heißt Kunigunda, geborne Erhardinn, von S e y b r i ch s h a u s e n. In der Schule und der christ­lichen kehre stand zwar Joseph Bauerschubert als Kna­be keinem nach, sein Talent hatte sich aber hier noch nicht entwickelt. Er hegte eine besondere Liebe zur Einsam­keit , und vermied gern jede Gesellschaft. Düster schlich er immer einher mit seinen rothtriefenden Au­gen. An ihm war keine jugendliche Ausschweifung be­merkbar. Mit dem uten Jahre seines Alters wurde er aus der Schule entlassen, der Vater nahm ihn zu sich, daß .er ihm bey seiner Hantierung helfen sollte. Diese gehoffte Hülfe war von nicht langer Dauer. Sein schwächlicher Körperbau reichte zu den die Kräfte erschöpfenden Arbeiten eines Steinmetzen nicht zu. Er wollte lieber studieren. Der Vater ersuchte mich also, ich möchte ihm die Principia geben. Des Vaters leib­licher Bruder Felix, Koch und Augustiner.-Bruder zu . Münnerstadt, wolle ihm mit den nöthigen- f 4«ro aushelfen. Ich ließ mich also überreden, und gab ihm die Principia unentgeltlich mit dem Beding, wenn er sich gut anlassen würde. Am Ende seines irtcn Jahres, im Herbste, machte Bauerschubert bey mir den Anfang. Unverkennbar war sein Fleiß und seine - Lernbegierde, und seine scharfe Aufmerksamkeit, ver-