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Leben und Schicksale
Ende fügt der gute Mann noch auf eine sehr herrliche Weise hinzu: „Wollen sie hiervon etwas zu Bauer- schuberjs Biographie branchen: so siehts bey ihnen. Ich schmeichle mir, daß das, was ich schrieb, nicht übertrieben ist; an dem Lobe aber, das mir aus seinem Unterrichte Zuwachsen könnte, nehme ich keinen An» theil. Dergleichen Ingenia sind immer leicht zu unterrichten."
Auf diese Aussprüche über Bauerschuberts Jugendjahre von seinem ersten Lehrer, will ich sogleich, ehe ich den weiteren Faden seiner Lebensgeschichte anknüpfe, einige seiner Eelbstgeständnisse folgen lassen. Ich habe sie mehrmahl und unter verschiedenen Umständen aus seinem Munde gehört, und sie tragen gewiß zur richtigen Ansicht Bauerschuberts als Mensch und als Gelehrter, nicht wenig bey. Von seinem Vater sagte er oft: er war ein rauher und harter Mann. Vielleicht daß seine Hantierung ihm diese Stimmung gab, oder daß auch der kärgliche Ertrag aller seiner Arbeit und Mühe, zum hinreichenden Auskommen in seiner Haushaltung, ihn in diese üble Laune versetzte. Dazu kam auch der Geist des damah- ligen Zeitalters, man glaubte durch Schärfe alles und zwar allein bey der Jugend ausrichten zu können. Er war daher auch gegen seine Kinder sehr strenge, und hielt sie in einer knechtischen Furcht gegen sich. Zn dieser knechtischen Furcht vor seinem Vater, suchte daher der Selige immer die erste Ursache seiner überaus großen Schüchternheit und seines furchtsamen Wesens. v
Zum guten Glücke war die Mutter des Bauer- schuberts gerade das Gegentheil von seinem Vater. Von ihr rühmte er unaufhörlich: Sittsamkeit, guc- rnüthiges und menschenfreundliches Wesen. Eie übte

