Ä^enn man glücklicher Weise an einem Orte lebt, welcher! von der Cholera noch verschont blieb, wenn man gegen ihre Anfalle noch irgend Schutz zu finden vermag; so kann man sich doch kaum mehr retten vor Cholera-Anstalten, Cholera - Mitteln, Cholera - Schriften, Cholera - Gesprächen und Cholera-Gedanken. Daß also auch — um keine Lücke zu lassen — Cholera - Predigten erscheinen: darüber dürfen wir uns nicht verwundern. Eine solche liegt uns gegenwärtig vor, und wir nehmen sie zur Hand, -nachdem wir eben die trefflichen Worte gelesen haben, welche Herr Pastor Sönderop zu seiner tiefgebeugten Gemeinde aus der Fülle des Herzens sprach am Sonntage nach dem furchtbaren Brande zu Arendsee den 26ten Juli dieses Jahres. Der Eindruck dieser Rede, weil sie einem innigst bewegten, frommen Gemüthe, entkeimte, muß eben so wohlthätig als ergreifend gewesen sein — wir selbst wurden auf das herzlichste dadurch gerührt. — ,,Gewiß auch eine Rede voll der zartesten Tröstung und himmlischen Stärkung bei der wachsenden Bangigkeit vor jener verderblichen Seuche!" — das war der erste Gedanke/ den der Anblick der Arndt- schen Cholera-Predigt in uns erregte. Als wir aber hin- einblickten und dann weiter und weiter lasen, konnten wir uns eines gewissen UnmuthS nicht erwehren, welcher zuletzt, weil er unS gerecht schien, den Vorsatz zur Reife brachte, nachfolgende rügende Bemerkungen niederzuschreiben, um sie zur Beherzigung und Enttäuschung — wo diese etwa nöthig wäre — öffentlich darzulegen. Ein Jeglicher muß sich eine Kritik seiner Druckschrift gefallen lassen, und darum wird uns Herr Hülfsprediger Arndt — welchen will
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